Vergangenen Freitag endete der Prozess gegen den Afghanen, der vergangenen Oktober in Wullowitz zwei Menschen bestialisch ermordete. Mit einem Messer stach er auf einen Rot-Kreuz-Flüchtlingsbetreuer ein, von dem er sich schlecht behandelt fühlte. Dann ermordete er einen Altbauern, der ihm sein Auto „nicht schenken wollte“. Der Angeklagte verlangte „als zweite Chance“ einen Freispruch.

Der Richter verkündete nach zwei Verhandlungstagen das Urteil: Lebenslänglich wegen zweifachen Mordes und schweren Raubes. Während der Verhandlung äußerte der Afghane, den linke Aktivisten wohl als „Schutzsuchenden“ bezeichnen würden, dass er seine Tat bereue. Er wäre eben „tief verletzt“ gewesen und „habe sich herabgesetzt gefühlt“. Offenbar haben die Werteschulungen, von denen der heutige Bundeskanzler Kurz so überzeugt war, bei dem Täter keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Tatsächlich hatte er vor der Bluttat ein Anti-Gewalt-Training absolviert, das mit Steuergeld finanziert wurde. Er war schon vorher viermal polizeilich aufgefallen.

Volle Berufung angemeldet

Das Urteil will der Afghane nicht anerkennen. Er wies seinen Rechtsvertreter an, Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung anzumelden. Auch die Ansprüche der Privatbeteiligten um Trauerschmerzensgeld in der Höhe zwischen 5.000 und 10.000 Euro erkannte er nicht an und ging dagegen in Berufung. Er hätte sich „als zweite Chance“ einen Freispruch erwartet. Offenbar sind seine mitgebrachten Vorstellungen von Zivilisation und Recht nicht gänzlich deckungsgleich mit jenen, die in Österreich gelten.

Zurechnungsfähigkeit bescheinigt

Die Strategie der Verteidigung, den Täter als geisteskrank erklären zu lassen, ging nicht auf. Tatsächlich würde er auch wahnhaftes Verhalten zeigen, da er sich für einen „Auserwählten Allahs“ mit „absolutem Wissen“ halte. Seine Geisteskrankheit stünde aber nicht in Zusammenhang mit seinem Delikt, so die Gerichtsgutachterin Adelheid Kastner. Sie bescheinigte dem Mann Zurechnungsfähigkeit.