george soros alexander van der bellen

Der US-Investor und Multimilliardär George Soros hat beste Beziehungen zu den Regierungsspitzen Österreichs. Er ist ein guter Freund von Noch-Bundeskanzler Christian Kern. Und er besitzt beste Kontakte zu Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dessen Vorgänger Heinz Fischer.

Eine Reportage von Kornelia Kirchweger

Anmerkung der Redaktion: Kirchweger spricht am Mittwoch, den 15. November, 19 Uhr exklusiv in Wien. Hier gibt es mehr Informationen zur Top-Veranstaltung!

Jetzt war Soros auf Einladung von van der Bellen Ehrengast bei einem Empfang in der Hofburg.

Anlass war die Jubiläumsfeier zum 35jährigen Bestehen des Instituts für die Wissenschaften vom Menschen (IWM). Das ist auch verständlich. Denn Soros hat maßgeblichen Einfluss im und auf das Institut.

Zu Besuch bei VdB: Soros gehörte zu den Ehrengästen.

Auch Heinz Fischer war dabei

Er sitzt dort im Vorstand, ist wichtiger Sponsor und vergibt im IWM auch Stipendien. Auch die Leiterin des IWM, Shalini Randeria, steht in einem beruflichen Nahverhältnis zu Soros: Sie sitzt im Vorstand seiner nicht nur in Ungarn umstrittenen „Central European University“ in Budapest („Wochenblick“ berichtete).

Präsident und Leiter dieser Soros-Privatuniversität ist der Kanadier Michael Ignatieff. Er hielt die Festrede in der Hofburg vor 150 geladenen Gästen. Ehrenpräsident des IWM ist Ex-Bundespräsident Heinz Fischer.

Wissenschaftlicher Berater des Instituts ist u.a. der Politologe Anton Pelinka. Er ist an der Soros-Uni in Budapest angestellt und unterrichtet dort das Studienfach „Nationalismus“.

Kritiker werfen Soros die massive Schwächung von Nationalstaaten durch finanzintensive Förderung separatistischer Bewegungen vor. Dies sei unter anderen in der Ukraine, in Georgien und in Spanien der Fall gewesen. Eine zentrale Rolle solle dabei Soros‘ „Open Society Foundation“ spielen.

Illustrer IWM-Vorstand

Im Vorstand des IWM sind neben Soros u.a. auch ÖVP-Ex-Vizekanzer Erhard Busek, der deutsche Ex-Außenminister Joschka Fischer, Miba-Chef Peter Mitterbauer – und: der italienische Ex-Premier Guiliano Amato, heute Richter am Verfassungsgerichtshof in Rom.

Seine Erwähnung ist deshalb interessant, weil er als Schlüsselfigur bei der Ausarbeitung des Lissaboner Vertrages gilt – der de-facto EU-Verfassung, die seit 2009 in Kraft ist. Auf vehemente Forderung der Briten war Amato gezwungen, eine „EU-Scheidungsklausel“, einzubauen – den Artikel 50, der den Austritt aus der EU regelt.

Die Möglichkeit eines EU-Austrittes war war nämlich im Vertrag zuerst gar nicht vorgesehen.

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Auch mit Steuergeld finanziert

Das IWM wurde 1982 gegründet. Es fördert laut Eigendefinition den „geistigen Austausch zwischen Ost und West, zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sowie zwischen verschiedenen Disziplinen und Denkrichtungen“. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen auch in politische Entscheidungsprozesse einfließen.

Finanziert wird das Institut von österreichischen und polnischen Ministerien, von der Stadt Wien und von internationalen Stiftungen – darunter auch der „Open Society Foundation“ von Soros.

Soros äußerst umstritten

Des US-Investor und Multimilliardär ist global aktiv. Über ein weltweit angelegtes, von ihm mit Milliarden finanziertes Netzwerk, will er seine Vision einer offenen Gesellschaft, einer Welt ohne Grenzen und ungehinderter Migration verwirklichen.

Bewunderer bezeichnen ihn als Philanthrop. Seine Gegner werfen ihm indes vor, Regierungen zu destabilisieren und zu stürzen, wenn sie nicht in seine Pläne passen.

Mainstream schweigt

Mainstream-Medien erwähnen den Besuch von Soros indes kaum.