Die Jugendstrafkammer Münster hat am Montag Seyed M., einen 18-jährigen Asylwerber aus Afghanistan, der 2015 – am Höhepunkt der Flüchtlingswelle – nach Deutschland gekommen war, vom Vorwurf des Totschlags freigesprochen. Das Gericht, das den Messerstecher schon während der Verhandlung aus der Untersuchungshaft entließ, sah Anzeichen für Notwehr gegeben.

Die Staatsanwaltschaft sah das zwar anders, forderte drei Jahre Haft wegen Totschlags, nachdem der Afghane den Flüchtlingshelfer José M. (20) in einem Park erstochen hatte. Doch das Gericht sprach den Angeklagten letztendlich frei. Trotz dem Umstand, dass der Afghane sechs Mal auf sein Opfer eingestochen hatte

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Afghane soll ein junges Mädchen belästigt haben

Laut Anklage soll sich der Afghane in ein Mädchen aus der Gegend verliebt haben. Doch dieses wollte nichts von ihm wissen. Immer wieder soll Seyed M. ihr nachgestellt und sie regelrecht „gestalkt“ haben. Er habe ihr auf Facebook geschrieben, sie auf dem Heimweg verfolgt, sogar zu ihrer Arbeitsstelle sei er, laut „Bild“ gekommen.

Am 21. Mai letzten Jahres soll Opfer José M. den Afghanen um drei Uhr früh in den Stadtpark nach Ochtrup bestellt haben, um sich mit ihm zu schlagen; Ziel sei gewesen, dass dieser endlich aufhört, das Mädchen zu belästigen.

Asyl-Afghane hatte ein Messer bei sich, stach zu

Was der Flüchtlingshelfer nicht ahnte: Seyed M. trug ein Brotmesser mit 14cm Klinge bei sich.

Während der Prügelei soll der Afghane – nach Auffassung des Gerichts in Notwehr – José M. eine Flasche auf dem Kopf zerschlagen, danach sechsmal auf ihn eingestochen haben. Die Klinge durchbohrte das Herz des Opfers. Das Messer warf der Täter anschließend in einen Fluss.