Nach dem fulminanten Wahlsieg der Türkisen erwarten die meisten Bürger dieses Landes, dass die schon jahrelang ungelösten Probleme, die diese Republik hat, nun ebenso fulminant – soll heißen: rasch, durchdacht und wirksam – beseitigt werden.

Ein Kommentar von Kurt Guggenbichler

Probleme weiter vor sich hin dümpeln lassen?

Aber das ist Wunschdenken. Viele der großen Baustellen, die schon unter der Schwarz-Roten-Koalition jahrzehntelang auf die lange Bank geschoben waren und auch im letzten halben Übergangsregierungsjahr nicht angegangen wurden, werden weiter auf eine Fertigstellung warten müssen.

Denn bis Jahresende wird Wahlsieger Sebastian Kurz vermutlich schwer damit beschäftigt sein, eine tragfähige Regierung zu bilden. In dieser Zeit wird im Parlament also wieder nichts passieren. Und selbst nach Bildung einer Regierung, die möglicherweise eine Koalition von ÖVP, Grünen und NEOS sein könnte, ist es auch mehr als fraglich, ob was weitergeht, weshalb die Probleme im Bereich der Sicherheit, der Bildung und des Klimaschutzes – neben der noch immer nicht abgeschafften kalten Progression, um nur einiges zu nennen – weiter vor sich hin dümpeln dürften.

Vermutlich bis zur nächsten Wahl. Dabei hatte die Schwarz-Blaue-Koalition gut gearbeitet. Der Absturz der FPÖ am letzten Wahlsonntag ist daher nicht nur ein Debakel für die Blauen, sondern auch für alle konservativen Kräfte im Land.