Die New Yorker Polizei setzt seit dem Vorjahr einen digitalen Roboterhund (Digidog) zur Kriminalitätsbekämpfung ein. Weil das „Tier“ bisher vor allem in einkommens- und bildungsschwachen Vierteln der Bronx und in Brooklyn „tätig wurde“, beschimpfte die extrem linke demokratische Abgeordnete und Biden-Frontfrau, Alexandria Ocasio-Cortez, die New Yorker Polizei als Rassisten.

von Kornelia Kirchweger

Linke Schimpfkanonade

Die Polizei teste Digidog nur in armen Vierteln oder in Communities mit vielen Farbigen, schimpfte sie auf Twitter: Jetzt würden Boden-Überwachungsdrohnen in einkommens- und bildungsschwachen, farbigen Vierteln getestet….es wäre besser, das Geld in Schulen oder Wohnungen zu investieren, statt in diese Technologie.

Man solle sich fragen: wann habe es zuletzt Investitionen in eine Weltklasse-Technologie für Bildung, Gesundheit, Wohnen, etc. vor allem für solche Viertel gegeben, twitterte Ocasio-Cortez.

Digidog hat schon Leben gerettet

Digidog wird von einer Spezialeinheit der New Yorker Polizei getestet und war schon in Fällen von „Home Invasion“ (Einbruch mit Geiselnahme), beim Aufspüren bewaffneter Gefährder oder bei Geiselnahmen erfolgreich. Die New Yorker Polizei nützt Roboter schon seit den 70ern zur Geiselbefreiung.

Digidog soll künftig auch bei Bombendrohungen oder in Notfällen, die zu gefährlich für die Polizei sind, eingesetzt werden. Deshalb der Testlauf. Auch die Polizei des Bundesstaates Massachusetts und die Honolulu Polizeiabteilung setzen den Roboter bereits ein.

Die Polizei ist überzeugt: Digidog hat enormes Potenzial, Verletzungen und Todesfälle zu vermeiden. Beispiel: 2015 wurde ein Mann mit einem Messer, der drohte von einer Brücke zu springen, sicher in Gewahrsam genommen, nachdem ein Roboter ihm ein Handy und ein Stück Pizza brachte.

Gefahr der Totalüberwachung

Experten für Digitalrechte sind geteilter Meinung: sie argumentieren einerseits, Digidog trete ja keine Türen ein oder verhafte jemanden. Er sei dazu programmiert, Verdächtige aufzuspüren und dann die Polizei zu rufen. In einigen Fällen, wo Menschen das machten, habe das tödlich geendet.

Andererseits gibt es massive Bedenken bezüglich Überwachungsmöglichkeiten, etwa bei Demonstrationen. Teilnehmer mögen zwar erleichtert sein, keinen schwer bewaffneten Polizisten gegenüber zu stehen. Doch der Roboter könnte z.B. die IP-Adresse der Mobiltelefone benutzen und so Teilnehmer identifizieren.

Digidog könnte auch bewaffnet werden. In Dallas wurde 2016 ein Roboter mit Sprengstoff bestückt, um einen Scharfschützen, der fünf Polizisten getötet hatte, in die Luft zu jagen.

Roboter der Zukunft

Digidog wurde von Boston Dynamics entwickelt. Zum Preis von 75.000 US-Dollar hat ihn die New Yorker Polizei im Vorjahr als Verstärkung geholt. Mietverträge von Boston Dynamics enthalten die Klausel, der Roboter dürfe andere nicht körperlich gefährden bzw. einschüchtern.

Es gibt ihn in blau und schwarz, er wiegt 35 kg, ist mit Scheinwerfern ausgestattet und kann digital kommunizieren. Er hat Videokameras mit denen er eine Gegend absuchen und Aufnahmen in Echtzeit an die Zentrale schicken kann. Er navigiert selbst über künstliche Intelligenz.

Der Cyber-Hund kann auch Stiegen steigen, in der Dunkelheit sehen und läuft knapp 6 km/h schnell. Er wurde für den Einsatz in Krisensituationen entwickelt, die für Polizisten zu gefährlich sind.