Offenbar aus völlig nichtigem Grund eskalierte die Kärtner Einsatzeinheit „Luchs“ am Samstag bei der Demo gegen Corona-Maßnahmen in Innsbruck: Weil ein alter Mann sich „nicht an die Corona-Maßnahmen gehalten habe“ und bei der Identitätsfeststellung nicht einsichtig gewesen wäre, prügelte man ihn blutig und fixierte ihn brutal am Boden. Dabei ist noch nicht einmal gesichert, ob die dem ORF gegenüber geäußerte Begründung für die Amtshandlung der Wahrheit entspricht.

Von Willi Huber

Gegenüber friedlichen Menschen, die in Innsbruck für „Friede, Freiheit, Souveränität“ demonstrierten und gegen die willkürlichen Maßnahmen gegen ihr Bundesland protestierten, fand sich nun offenbar doch eine Polizeieinheit, die ÖVP-Innenminister Nehammers kolportierte Vorgaben zu kompromissloser Härte umsetzte. Ausgerechnet auf einen alten Mann ging man dabei los. Es soll sich um einen 81- oder 82-Jährigen handeln. Auf neuem Videomaterial ist zu sehen, dass eine blonde Dame laut und verzweifelt „Papa, Papa“ ruft und versucht zu ihm durchzudringen. Auch mit der Frau wird brutal umgegangen. (Siehe Audio-Botschaft weiter unten).

Entspricht die Begründung der Wahrheit?

Eine offizielle Presseaussendung der Polizei existiert noch nicht, allerdings erklärte der ORF unter Berufung auf einen Polizeisprecher den Vorfall so: „Am Landhausplatz kam es dann zu einer Auseinandersetzung zwischen der Exekutive und mehreren Kundgebungsteilnehmern. Auslöser war eine Person, die sich nicht an die Coronavirus-Maßnahmen gehalten hatte, so die Polizei. Bei der Identitätsfeststellung sei der Mann nicht einsichtig gewesen, was im versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt endete.“

Brutal auf alten Mann losgegangen

Tatsächlich ist aber gut zu sehen, dass der von der Polizei sinnlos und brutal verletzte Senior noch am Boden eine FFP2-Maske trug. Aus welchem Grund tut man dies einem betagten Mitbürger an – außer um der Bundespolitik um ÖVP Bundeskanzler Kurz und dem Innenminister zu gefallen? Wie schon in Wien gingen einige „erlebnisorientierte“ Beamten in den späteren Stunden der Demonstration mit Gewalt gegen friedliche Menschen vor, als weniger Gegenwehr zu erwarten war. Anhand der Markierungen an den Uniformen ist zu erkennen, dass es sich um die Einsatzeinheit „Luchs“ aus Kärnten handelt. Es ist häufig Polizeitaktik, Einheiten aus anderen Bundesländern einzusetzen, da sie mit diesen emotional nicht so sehr verbunden sind, wie mit Menschen aus ihrer eigenen Heimat.

Die umstehenden Kundgebungsteilnehmer forderten die Beamten dazu auf, den Mann in Ruhe zu lassen. Sie fragten die Polizisten, ob sie sich nicht schämen würden – und wie sie solche Handlungen gegenüber ihren Familien und Kindern rechtfertigen wollen. Manche setzten mit zunehmender Verärgerung auch Mutmaßungen über den Beruf der Mütter der Einsatzkräfte in die Welt.

Tochter spricht schockiert über den Vorfall

In einer Audio-Botschaft, die Wochenblick zugespielt wurde, spricht die Tochter des „beamtshandelten“ Senior schockiert über die Szene. Es würde ihrem Vater „soweit gut gehen“. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der Mann noch in Arrest, die Kriminalpolizei würde ihn bereits mehrere Stunden lang befragen.

Eine andere, sehr umfangreiche Perspektive bietet auch das Videomaterial des Sicherheits-Fachmannes Thomas Schaurecker:

Der ORF berichtete wieder pflichtschuldigst aber wahrheitswidrig davon, dass „einige hundert Menschen“ in Innsbruck demonstrierten. Dem gegenüber schätzte das freie Medium Compact vor Ort, dass mindestens 1.000 und maximal 5.000 Personen für ihre Grundrechte demonstrierten.

Ein weiteres Video zum Vorfall:

Noch eine Leserzusendung:

Hier wird der ältere Herr von den jungen Beamten abgeführt.

Aus dieser Perspektive sieht man besonders gut, wie brutal die Polizisten mit den „beamtshandelten Personen“ umgingen. Mehrere „mutige“ Beamte knien auf einer Person, behandeln sie wie einen Schwerverbrecher.