An diesem Wochenende fand die sogenannte „Bilderberg-Konferenz“ im schweizerischen Montreux statt, bei der mächtige Eliten aus Politik, Wirtschaft und Medien teilnahmen. Verschiedenste Themen werden dort jährlich „im Hinterzimmer“ und abseits von Journalisten besprochen.

Das Treffen wurde 1954 gegründet und dient dem Zweck den Dialog zwischen Nordamerika und Europa zu steigern. Etwa 130 Teilnehmer aus 23 verschiedenen Staaten bestätigten dieses Jahr ihre Teilnahme. Unter ihnen waren auch drei Österreicher, unter anderem ein der SPÖ nahestehender Medien-Manager.

Teilnehmer aus SPÖ-Reihen auf Gästeliste

Auf der Gästeliste standen heuer Edeltraud Hanappi-Egger, Rudolf Scholten und Gerhard Zeiler. Hanappi-Egger ist die Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien (WU) und unterrichtet dort als Professorin „Gender and Diversity in Organisations“. Scholten ist ein ehemaliger SPÖ-Minister unter Franz Vranitzky, ehemaliger Generaldirektor der Österreichischen Kontrollbank AG (OeKB) und derzeitiger Präsident des Bruno-Kreisky-Forums sowie Exekutivkomitee der Bilderberger-Konferenz. Gerhard Zeiler war Mitarbeiter in den SPÖ-Kabinetten Fred Sinowatz und Franz Vranitzky und ist derzeit Medien-Manager. Ihm wurde nach dem Abgang des SPÖ-Chefs Werner Faymann dessen Posten angeboten. Dieser lehnte jedoch ab und Christian Kern übernahm stattdessen.

Auf Agenda: „Stabile strategische Ordnung“ und Zukunft Europas

Elf Themen standen auf der Tagesordnung: Eine stabile strategische Ordnung, Was kommt als nächstes für Europa?, Klimawandel, China, Russland, Zukunft des Kapitalismus, Brexit, Ethik der Künstlichen Intelligenz, Soziale Medien als Waffe, Bedeutung des Weltraums, Cyber-Bedrohungen. Die Themen und deren Reihung sind vielsagend und lassen erahnen, welche Sorgen sich die Bilderberger machen. Der Punkt Soziale Medien deutet darauf hin, dass es wahrscheinlich um die Kontrolle dieser geht.

Der deutsche Autor und Journalist Tilman Knechtel, bekannt durch seine beiden YouTube-Kanäle „Trau keinem Promi“ und „Bürgerberg“, ergatterte im Zuge seiner Dokumentation über die Bilderberg-Konferenz ein kurzes Video-Interview mit dem Chef der deutschen Medien-Gruppe „Axel Springer SE“ Matthias Döpfner. Der Springer-Chef meinte, dass man „von dem Ritual der Verschwörungstheorie“ abkehren solle, denn die Bilderberger-Konferenz sei eine „harmlose Veranstaltung“. Den Bilderbergern würde es speziell um wichtige Themen wie „Nachhaltigkeit“ gehen.

SPÖ-Chef in spe auch dabei?

Polit-Experten spekulieren, ob es sich bei dem Medien-Manager Gerhard Zeiler bereits um den möglichen Nachfolger von SPÖ-Chefin Joy Pamela Rendi-Wagner handelt. Die damalige Ex-Gesundheitsministerin Rendi-Wagner war ebenfalls letztes Jahr bei der Bilderberger-Konferenz anwesend, noch bevor sie den Vorsitz der ältesten und über Jahrzehnte mächtigsten Partei Österreichs zu Füßen gelegt bekam („Wochenblick“ berichtete). Allgemein hat es Tradition, dass hochrangige SPÖ-Politiker wie Alfred Gusenbauer, Heinz Fischer und Werner Faymann an den Treffen teilnehmen.