Ein Mann, der weiß was er will: Kaschper als gut gelaunter und positiv gestimmter Firmenchef.

„Nur herein! –Der 53-jährige Unternehmer Thomas Kaschper aus Steyr öffnet die Tür seines schönen Bauernhofs in Schiedlberg und bittet gutgelaunt zum Interview auf den Balkon in den Innenhof seines behutsam renovierten Vierkanters: „Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“

Ein Porträt von Kurt Guggenbichler

Personalproblem

„Sehr gern“, antworte ich, denn an diesem schwülen April-Nachmittag kommt jede Art von Erfrischung recht. Kaschper holt ein Glas mit Saft aus einem Nebenraum, dann setzen wir uns. „Schön haben Sie es hier“ sage ich mit einem Anflug ehrlicher Bewunderung, denn dem Hof ist auf den ersten Blick nicht anzusehen, dass er neben seiner Funktion als Wohnhaus auch noch die Zentrale der Gastro-Partner-Team GmbH ist, deren Eigentümer Thomas Kaschper ist.

„Nie davon gehört“ sage ich zu ihm und er nickt fast verständnisvoll. „Die meisten Leute wissen auch gar nicht, was wir alles machen.“ Ich erfahre es, nachdem ich einen kräftigen Schluck aus meinem Saftglas genommen habe. „Wir kümmern uns um die gesamte Technik in der Gastronomie.“ Bei Oberösterreichs Wirten und in der Branche ist sein 1988 von ihm gegründete Unternehmen jedenfalls gut bekannt. „Wir haben an die 800 Kunden“, betont der Unternehmer, der mit nur vier Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa 900.000 Euro erwirtschaftet.

Aus einem heruntergekommenen Bauernhof mit großem Engagement ein Schmuckstück gemacht: Hier wohnt und arbeitet Kaschper.

Kältetechniker und Elektriker gefragt

Die Auftragslage sei gut, betont Kaschper, und wenn er mehr Personal hätte, könnte er auch mehr Aufträge annehmen. Doch gute Fachkräfte seien kaum zu bekommen. „Ich könnte auf einen Schlag sieben Leute gebrauchen“, sagt er, während mein Blick über den adretten Innenhof seines Vierkanters schweift.

Welche Art von Mitarbeitern würde er denn am dringendsten brauchen? „Leute, die gern arbeiten“, kontert Kaschper und lacht, um dann ernsthaft hinzuzufügen: „Vor allem Kältetechniker und Elektriker.“

Nachfolgefrage

„Schon einmal beim AMS versucht?“, frage ich und grinse. Kaschper runzelt die Stirn, seufzt: „Von denen habe ich noch nie was Gescheites bekommen.“ Die Suche nach Mitarbeitern über das AMS sei für ihn nur umständlich und zeitraubend, letztlich unproduktiv! Die Lösung: Selber suchen und auf den Zufall hoffen. „Früher bin ich allem nachgelaufen, heute lasse ich schon manches auf mich zukommen“, erläutert der Unternehmer, der die Firma in drei Jahren gern einem Nachfolger übergeben möchte.

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„Echter Österreich-Fan“

Seine Kinder zeigten nämlich keine Ambitionen, in die Fußstapfen des Herrn Papa treten zu wollen. Kaschper schätzt, dass er dafür schon einem seiner Mitarbeiter die Firmenübernahme schmackhaft machen könne. Für einen Nachfolger würde er dann noch gern vier, fünf Jahre weiterarbeiten, danach ginge er in den Ruhestand.

„Irgendwo in südlichen Gefilden?“ Kaschper winkt vehement ab. Zwar habe er schon einmal mit dem Gedanken gespielt, sich ein Haus in Kroatien zu kaufen, „aber eigentlich bin ich schon ein echter Österreich-Fan“, sinniert er, und je älter ich werde, „umso mehr fühle ich mich diesem Land verbunden.“

Zum Faulenzen nicht geeignet

Außerdem: Nur zum Faulenzen sei er nicht geeignet – und deshalb wohne er auch auf dem Land. Denn mit einem großen Bauernhof und 10.000 Quadratmetern Grund werde ihm vermutlich kaum langweilig werden. Leute holt er sich dann direkt ins Haus. Schon jetzt könnte er sich gut vorstellen, auf seinem großen Anwesen die gastronomischen Mitarbeiter im richtigen Umgang mit den technischen Geräten, die seine Firma verkauft, zu schulen.