Ugur Sahin (rechts) und Özlem Türeci. Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Universität Köln.

In der „FAZ“ ist ein Artikel über die beiden BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci erschienen, in dem nur noch die Behauptung fehlt, der Impfstoff sei Sahin und Türeci vom Himmel herunter vor die Füße gefallen, als sie gerade über das Wasser liefen. Zu „Weltenrettern auserkoren“ worden seien die beiden Forscher, schreibt eine Frau Monika Ganster, ihres Zeichens „Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung“. Früher wäre sie nicht in der Zeitung Redakteurin gewesen, sondern bei der Zeitung. Ob es der Leser wohl mit einer besonders inniglichen Redakteurin zu tun hat, einer Ergriffenen, die dem Thema nicht anders beikommen konnte? Stilistisch sieht es jedenfalls ganz danach aus. Die Medienkritik.

Ein Beitrag von Max Erdinger für Ansage!

Im Literaturhaus zu Frankfurt seien die Weltenretter Ugur Sahin und Özlem Türeci vor ein „dankbares Publikum“ getreten, schreibt die ergriffene Frau Ganster. Das liest sich dann so: „Ein Ehepaar, das das Rampenlicht nicht sucht, aber seine herausragende Rolle in dieser Pandemie akzeptiert hat. Wie Bilbo Beutlin aus ‚Herr der Ringe‘ fühle er sich manchmal, gesteht Sahin, der sich viel lieber ganz der ’schönen Wissenschaft‘ widmen würde, aber nun zusammen mit seiner Frau zu unfreiwilligen Weltenrettern erkoren wurde.“ – Die Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung muß da unfreiwillig etwas verwechselt haben. Es wäre nicht um eine „herausragende Rolle“ in „dieser Pandemie“ gegangen, sondern um „diese Rolle“ in der „herausragenden Pandemie“. Tatsächlich ist es nämlich die Pandemie, die eine herausragende ist. Es ist die erste Pandemie jemals, deren Existenz sich nicht beweisen läßt, wie der Diplominformatiker Marcel Barz in seinem Vortrag zur „Pandemie in den Rohdaten“ nachweisen konnte. Er hatte sich mit den Statistik-Tricks in den medial veröffentlichten Daten befasst und festgestellt, daß bspw. gerne Prozentwerte verwendet wurden, wo absolute Zahlen gefragt gewesen wären.

Anfeindung der objektiven Analyse statt ihre Widerlegung

Widerlegt worden ist Barz bis zum heutigen Tage nicht. Nur angefeindet wurde er ganz enorm. Niemand konnte bisher seinen Schluß widerlegen, der da lautet: In den Rohdaten der „Pandemie“ läßt sich keine Pandemie nachweisen. Die statistischen Auswertungs-Tricksereien, mit denen dennoch eine zusammengeschustert worden war, hat Barz fein säuberlich offengelegt. Allein schon der dann folgende Umgang mit der Informatikeranalyse zeigt, wo der Hase tatsächlich im Pfeffer liegt. Hätte Barz meilenweit danebengelegen, dann wäre seine Studie zu den „Rohdaten der Pandemie“ hervorragend geeignet gewesen, die „Coronaleugner“ und die „Querdenker“ samt und sonders als durchgeknallte Spinner zu outen. Stattdessen wurde sein Vortrag bei YouTube mehrmals gelöscht, in den Nachrichten der Öffentlich-Rechtlichen – und auch sonst im Medienmainstream – wurde sie verschwiegen, und es war überhaupt sehr auffällig, wie viel Mühe man sich dabei gegeben hat, den Eindruck zu erwecken, als gebe es diesen Barz und seine Analyse der pandemischen Rohdaten gar nicht. Jedenfalls wurde seine Auswertung der „Rohdaten der Pandemie“ bislang von niemandem widerlegt. Und das, obwohl sich Barz, ganz wie es der „Weltenretter“ Sahin am liebsten getan hätte, sehr gründlich der „schönen Wissenschaft“ gewidmet hatte. Seine „schöne Wissenschaft“ war eben das sogenannte „Data Mining“, nicht die Impfstoffentwicklung.

Frau Monika Galster, die „Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung“, wird doch wohl in der FAZ nicht bestimmte Wissenschaften bei der Schönheit diskriminiert haben? Auch Marcel Barz hatte ein Geständnis abgelegt, ganz wie Ugur Sahin, der sich gelegentlich wie „Bilbo Beutlin“ aus „Herr der Ringe“ fühlt. Marcel Barz fühlt sich seiner eigenen Auskunft nach als „Erbsenzähler“. Und tatsächlich lieferte Barz eine Erbsenzählerei vom allerfeinsten ab. Das realistischere Gefühl hat zweifellos Marcel Barz. Und seine „schöne Wissenschaft“ ist nur von anderer Schönheit als die „schöne Wissenschaft“ von Ugur Sahin. Das ist auch gut so, weil immer dieselbe Schönheit todsicher zur Tristesse führen würde.

Es ist wohl so, daß Frau Monika Galster von ihrem Gefühl weggeschwemmt wurde, als sie den Artikel zum Auftritt der beiden BioNTech-Gründer im Literaturhaus zu Frankfurt verfasst hat. Das ist nur zu verständlich. Wem Ugur Sahin und Özlem Türeci wie auserkorene Weltenretter vorkommen, die muß sich wohl selbst vorkommen wie die „auserkorene Weltenschreibse“. Dem Nüchternen haut es da nur noch „den Vogel raus“, wenn er einer solchen Glaubensinbrunst gewahr wird.

Weggeschwemmt von Gefühlen

Die Notwendigkeit, den BioNTech-Impfstoff gegen ein Virus zu entwickeln, das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht „pandemisch“ geworden war, sei Ugur Sahin beim gemeinsamen Frühstück mit seiner Frau Özlem aufgefallen, erzählt Frau Monika Galster. In seiner „analytisch-mathematischen“ Art habe er seiner Gemahlin von besorgniserregenden Berichten aus Wuhan erzählt. Ungewöhnlich sei Frau Özlem Türeci der „alarmierte Ton“ vorgekommen, den der frühstückende und analytisch Mathematisierende an den morgendlichen Tag legte. Da nickt der Leser verständig und sagt sich: Ei der Daus, da ist es wieder, dieses feine Sensorium der Frauen für alarmierende Stimmungen. Gut, daß sich mit Frau Monika Galster eine Redakteurin gefunden hat, die sich voll und ganz einfühlen konnte. Jedenfalls scheint es dieses Frühstück gewesen zu sein, bei dem der Entschluß gefallen ist, unfreiwillig zu „auserkorenen Weltenrettern“ zu werden.

Dann ging der Kampf gegen die Borniertheit der anderen Involvierten los. Der Aufsichtsrat von BioNTech habe sich zunächst gesträubt, alle verfügbaren Mittel für die Lösung eines Problems zu verwenden, das noch gar nicht richtig umrissen gewesen war. Doch mit List und psychologischem Geschick sei es dem unfreiwilligen Weltenretter Sahin gelungen, die Notwendigkeit einer Impfstoffentwicklung in die Herzen und Hirne aller Beteiligten einzupflanzen.

Zusammen mit dem Pharmariesen Pfizer folgte dann eine großangelegte Studie mit fast 44 000 Probanden, auf deren Ergebnis das Ehepaar am Abend des 8. November 2020 zuhause ungeduldig wartete. Aufgeregt sei sie gewesen, schildert Türeci diese Stunden, unruhig, fast den Tränen nah. Dann kam der erlösende Anruf von Pfizer: ‚Es funktioniert, und es funktioniert fantastisch‘“ , schreibt die Einfühlsame in der FAZ. Spätestens an dieser Stelle wird klar, daß die Weltenrettungsgläubige in der FAZ vom „Data Mining“ des Marcel Barz gar nichts gewußt haben kann. Genau diese großangelegte Studie nämlich hatte Barz u.a. „zerpflückt“. Das, was da angeblich so „fantastisch funktioniert“ hat, wie der Erlösungsgehalt des Anrufs von Pfizer nahelegt, muß sich wohl in jener 95-prozentigen Wirksamkeit des Impfstoffs geäußert haben, die fürderhin von BioNTech behauptet wurde.

Der spannende Moment

Marcel Barz hat die von BioNTech, sozusagen im „Kleingedruckten“ mitgelieferten Ergebnisse, analysiert. Merkwürdig, daß es alle anderen anscheinend unterlassen hatten und sich lediglich auf die Zusammenfassung kaprizierten: Die 44.000 Probanden waren in zwei etwa gleichgroße Gruppen aufgeteilt worden, von denen die eine den Impfstoff erhalten hatte, die andere ein Placebo. Bei der Gruppe der Geimpften habe sich eine Wirkungslosigkeit des Impfstoffs von – ich krame in meiner Erinnerung – etwa 99,12 Prozent ergeben, bei der anderen Gruppe eine von 99,67 für das Placebo. Ein Unterschied jedenfalls, der kaum der Rede Wert gewesen war. Bei Gruppen, von denen jede etwa 20.000 Probanden umfasste, seien das in absoluten Zahlen etwa 169 Personen bei den Geimpften gewesen, die hernach gegen eine Infektion geschützt gewesen seien, in der Gruppe mit dem Placebo aber nur 19 – aus welchen Gründen auch immer in dieser Gruppe 0,33 Prozent ohne Impfstoff gegen eine Infektion immun gewesen sind. Die schiere Größe der großangelegten Studie mit 44.000 Probanden wurde aber nie „kommuniziert“, wie man heute sagt. Um auf eine 95-prozentige Wirksamkeit des Impfstoffs zu kommen, habe man einfach 169 ins Verhältnis zu 19 gesetzt – et voilá: Die 95-prozentige Wirksamkeit galt fortan als Gewißheit in der Öffentlichkeit. Die übrigen 43.812 Probanden wurden einfach „hinten runter fallen gelassen“ in der Berichterstattung. Auf diese Weise sei eine tatsächliche Wirksamkeit des Impfstoffs von etwa 0,8 Prozent zu einer 95-prozentigen geworden. Wie Pharmaproduzenten die Wirksamkeit ihrer Produkte darstellen, bleibe ganz ihnen selbst überlassen, so Barz.

Fakt ist, daß sich weder bei den allgemeinen Mortalitätsraten etwas Außergewöhnliches ereignet hat während der „Pandemie“, und daß es dabei egal ist, ob man das Datenmaterial aus Ländern mit oder ohne „gesetzliche Schutzmaßnahmen“ betrachtet. Fakt ist, daß es das Krankenhausfinanzierungsgesetz gewesen ist, welches es den Kliniken angeraten schienen ließ, Belegungszahlen der Intensivstationen in Prozent der verfügbaren Betten anzugeben, anstatt mit der absoluten Zahl der belegten Betten. Eine 75-prozentige Belegung der Intensivstationen, ein Wert, ab dem es Zuschüsse gibt, läßt sich auch durch den Abbau der verfügbaren freien Betten darstellen, ohne daß sich an der absoluten Zahl der belegten Betten etwas ändert – usw.usf..

Retrospektiv muss das System „Hysterie“ verneinen

Klar ist inzwischen, daß retrospektiv die Möglichkeit eines pandemischen Hysterieausbruchs verneint werden muß, da alles andere in einem biblischen Ausmaß fatal wäre für alle, die eine solche Hysterie global geschürt hätten. Einhergehend damit wird dann auch verständlich, warum sich eine Frau Monika Galster in der FAZ vor Rührung und Begeisterung für die „auserkorenen Weltenretter“ und deren Auftritt im Literaturhaus zu Frankfurt schier einnäßt. Es geht wie bei vielem heutzutage um ein „Narrativ“, das unter allen Umständen aufrecht erhalten werden muß, weil das wahre Desaster nicht in Form einer außergewöhnlich gefährlichen Pandemie über die Menschheit gekommen ist, sondern in Form eben dieses Narrativs. Das darf niemals auffliegen, weil die Folgen tatsächlich ein „pandemisches Ausmaß“ annehmen würden. Das Pandemie-Narrativ ist definitiv „too big to fail“. Der deutsche Volksmund weiß das schon lange. Er sagt: Es kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf.

Sei es wie es sei: Als großer Impf-Fanatiker habe ich mich mit 100 Litern Impfstoff von BioNTech versorgt und einen Impfroboter angeschafft, der jede halbe Stunde eine Impfspritze wie einen Dartpfeil nach mir wirft, weil selbst die 0,8-prozentige Weltenrettung des Impfstoffs immer schneller nachläßt. Was man sich eben alles so einfallen läßt, um nicht von der Pandemie dahingerafft zu werden. Nächste Woche werde ich den Impfstoff von BioNTech vermutlich schon aus der Flasche trinken müssen, um nicht am Virus zu versterben. Dafür nehme ich jede Myokarditis gerne in Kauf. Selberdenken macht eben schlau.

Dieser Beitrag ist auf Ansage! erschienen.

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