Laut aktuellen Berechnungen der Statistik Austria wird die Zahl der hier lebenden Menschen von heute 8,84 Millionen bis 2080 auf 9,93 Millionen Menschen anwachsen. Ausschließlich durch Zuwanderung – und trotz negativer Geburtenbilanz. Bis 2080 wird fast jeder Dritte hier Lebende über 65 Jahre alt sein.

Zuwanderung hält an: jährlich 30.000 Menschen

Die Statistik Austria rechnet mit einer jährlichen Nettozuwanderung von rund 30.000 Menschen. In 60 Jahren wird die Bevölkerung anders als heute aussehen. Der Anteil der im Ausland geborenen Menschen wird von derzeit 19 Prozent auf 27 Prozent steigen. Es werden zwar auch künftig über 50 Prozent der Zuwanderer aus Europa kommen. Sie könnten aber nach und nach durch Einwanderung aus anderen Kontinenten ersetzt werden.

Interessante, aber auch hinterfragte Einschätzung: Die Fruchtbarkeit der Frauen wird laut Schätzungen nur von 1,48 auf knapp 1,60 steigen, weil sich „die Zuwanderer den Fertilitätsverhältnissen des Gastlandes anpassen“, heißt es. Die aktuell noch ausgeglichene Geburtenbilanz wird laut Statistik bald negativ werden – dann liegen die Sterbefälle über den Geburten.

Mehr Ältere und höhere Lebenserwartung

Die über 65Jährigen werden weiter zunehmen. Bis 2040 werden sie um 800.000 Menschen steigen und bis 2080 einen Bevölkerungsanteil von fast 30 Prozent erreichen. Die Lebenserwartung dürfte bei Männern von jetzt 79,3 auf 84 Jahre, bei den Frauen von jetzt 84 auf 92,2 Jahre steigen. Die Anzahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter – 20 bis 65 Jahre – wird schon 2040 um 300.000 niedriger sein als heute, danach soll sie weitgehend konstant bleiben.

Wien wächst, die Stadtflucht auch

Regional wird sich die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten sehr unterschiedlich entwickeln. Wien wird in etwa 8 Jahren die 2-Millionen-Marke überschreiten. 36 Prozent der Wiener kamen im Ausland zur Welt. Die Zuwanderung machte Wien auch deutlich „jünger“ und brachte eine positive Geburtenbilanz. Aus anderen Bundesländern wandern vor allem die 10-19jährigen und 20-29jährigen zu. Das sind Studierende und Berufseinsteiger, die wegen eines Jobs nach Wien kommen. Die Stadtflucht nimmt übrigens zu – verglichen mit früher ziehen zunehmend mehr Menschen aus Wien weg – vor allem nach NÖ.

Rasantes Wachstum in OÖ, NÖ und Burgenland

Ein überdurchschnittliches Bevölkerungswachstum prophezeien die Statistiker auch für Oberösterreich, Niederösterreich, Burgenland. Einen rückläufigen Trend prophezeit man für Vorarlberg, Tirol, Salzburg und die Steiermark. Für Kärnten geht man von einer weiter sinkenden Bevölkerungszahl aus – sie könnte schon ab 2021 unter die von Salzburg zurückfallen.

Heiratsmuffel und Scheidungsrekord

Ehen werden laut den Statistikern immer später geschlossen. Bei Männern etwa mit 32 Jahren, Frauen mit rund 30 Jahren. Die Gesamtscheidungsrate lag 2018 bei 41 Prozent. Damit enden von 10 Ehen rund vier durch Scheidungen. Sechs durch den Tode eines Partners.