Die ersten Hochrechnungen zeichnen ein deutliches Bild über das politische Erdbeben in Sachsen und Brandenburg. Die patriotische AfD wird in beiden Landtagen zweitstärkste Kraft, jeweils nur ganz knapp hinter den mitwerbenden Alt-Parteien.

Bis zuletzt blieb das Rennen spannend ob die AfD nicht in beiden Bundesländern sogar Platz 1 erreichen könnte. In Brandenburg rettet die bisher regierende SPD 27,5% Prozentpunkte der Wählerstimmen ins Ziel, die AfD erreichte mit knapp 22,7% den zweiten Platz. Die CDU konnte nur 15,3 Prozent der Wähler überzeugen. Linke und die Grünen konnten jeweils rund 10 Prozent der Stimmen erreichen. FDP und die freie Wählerliste erreichten jeweils in etwa fünf Prozent und müssen um den Einzug in den Landtag bangen. Wahlbeobachter sehen jetzt realistische Chancen für ein Rot-Rot-Grünes Bündnis in Brandenburg.

Niederlage für SPD

Auch in Sachsen verpasste die AfD nur knapp den ersten Platz. In den Umfragen der letzten Wochen waren die Patrioten bereits öfters als Sieger gehandelt worden. Im finalen Wahlkampfendspurt konnte sich die CDU aber dennoch viel deutlicher als gedacht, durchsetzen – ein wochenlanges mediales Trommelfeuer gegen die AfD zeigte offenbar Wirkung. Viele Deutsche Politiker unterschiedlichsten Couleurs warnten noch am Wahltag eindringlich davor nicht die AfD zu wählen, sondern „demokratisch“.

Mit 32 Prozentpunkten sicherte sich die CDU in Sachsen wieder den Ersten Platz, gefolgt von der AfD mit 27,3 Prozent. Eine kapitale Niederlage musste die SPD eingestehen, die mit katastrophalen 7,9 Prozent in die Nähe der FDP, die mit weniger als fünf Prozent erreichte, gefallen ist. Die traditionell in Sachsen sehr starke Linke kommt auf etwa 10,5 Prozent gefolgt von den Grünen, die fast neun Prozent erreichten.

AfD und Grüne als Gewinner

Sieger des Abends sind eindeutig die AfD, die in Sachsen über zwölf und in Brandenburg knapp neun Prozent dazu gewonnen haben und nun jeweils sicher auf dem zweiten Platz rangieren. Auch die Grünen gehen aus dieser Wahl als Gewinner hervor und profitieren von den herben Verlusten von Linke und SPD.

Die eigentlichen Wahlsieger SPD und CDU können ihren ersten Platz ob der Herben Verluste in beiden Bundesländern nicht wirklich feiern, auch wenn man sich optimistisch gibt. Dennoch scheint keine der beiden Alt-Parteien das Signal dieser Wahl richtig verstanden zu haben. Eine Regierungsbeteiligung der AfD wird von beiden Spitzenkandidaten ausgeschlossen. „Der AfD darf man keine Verantwortung für dieses Land übertragen. Das ist eine Partei, die immer weiter in den Rechtsextremismus abrutscht“, bekräftigte etwa Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer.