Ein damals 24-jähriger Armenier hatte am 12. Juli des Vorjahres in Bludenz seine nach armenischem Ritus angetraute Frau erwürgt. Die Tat erfolgte aus Eifersucht, nachdem er sie beim Chatten mit anderen Männern erwischte. Die Verwandten der Getöteten hatten Ende des Vorjahres Blutrache angekündigt. Nun fiel das relativ mild erscheinende Urteil.

Das Zusammenleben mit unseren neuen Einwohnern müssen wir uns wohl täglich neu aushandeln. Für die 21-jährige Armenierin kommt jede Verhandlung zu spät. Sie starb unter den Händen ihres Lebensgefährten, mit dem sie nach armenischem Ritus bereits vermählt war. Der Mann erwischte sie, wie sie auf ihrem Handy mit mehreren Männern flirtete.

Täter will „Rot und Grün“ gesehen haben

Der Täter will ihr dann zwei Ohrfeigen gegeben haben, während sie noch rief, sie könne alles erklären. Dann schloss er seine riesigen Hände um ihren Hals und drückte zu. Die Frau starb an Sauerstoffmangel. Inzwischen will er sich an die konkrete Tat nicht mehr erinnern – er habe Rot (und nach eigenen Angaben auch Grün) gesehen.

Mann war zurechnungsfähig

Der Gerichtspsychiater bescheinigte dem Mann nicht, dass er zum Tatzeitpunkt unzurechnungsfähig gewesen wäre. Wohl auch deshalb entschieden die Geschworenen, dass es sich um einen Mord handelte. Das Strafmaß wurde mit relativ mild erscheinenden 12 Jahren Haft festgelegt. Es ist noch nicht rechtskräftig.

Beweise oder Blutrache

Ende 2019 sorgte der Fall ein weiteres Mal für Aufruhr: Die Verwandten der Toten hätten mit Blutrache gedroht, wenn der 24-jährige Mörder nicht stichaltige Beweise vorlegen könne, dass seine Frau untreu war. Der vorbestrafte 39-jährige Armenier, der die Drohungen am Telefonat ausgestoßen hatte wurde später aus Mangel an Beweisen freigesprochen.