Wollte er die Redaktion des Satiremagazins erneut angreifen? Diese übersiedelte schon vor längerer Zeit heimlich an einen geheimen Ort. Vielleicht wussten das die Machetenmänner nicht, die am Freitag Vormittag einen Anschlag in der direkten Nachbarschaft verübten.

Gegen Mittag meldete die Pariser Polizei, dass zwei Opfer des Angriffs in Lebensgefahr schweben. Insgesamt wurden vier Menschen durch Hieb- und Stichwaffen verletzt. Es handelt sich um Mitarbeiter der Produktionsfirma Première Lines Television. In französischen Medien ist die Rede von einer Machete – auf einem Foto sieht man ein blutiges Fleischerbeil. Mittlerweile wurden zwei Männer verhaftet.

Vor kurzem wieder islamistische Drohungen …

Vor kurzem wurde der Prozess gegen die islamistischen Terroristen eröffnet, die im Jahr 2015 ein Blutbad in den Redaktionsräumen von Charlie Hebdo anrichteten. Insgesamt töteten sie mit ihren Kalaschnikov-Sturmgewehren 12 Menschen, darunter zwei Polizeibeamte. 11 weitere Personen wurden verletzt. Anlässlich der Verhandlung veröffentlichten die mutigen Mitarbeiter der Zeitung die damaligen Mohammed-Karikaturen erneut. Das führte zu weiteren Drohungen durch militante Islamisten. Möglicherweise war es auch der Anlass für das heutige Attentat.

Pakistani und Komplize verhaftet

Nach Bekanntwerden der Attacke wurde der Bezirk komplett abgesperrt, speziell die Schulen wurden abgeriegelt. Zahlreiche U-Bahn-Stationen wurden geschlossen. Die Polizei setzte alle verfügbaren Kräfte und Hubschrauber zur Fahndung nach dem oder den Attentätern ein. Kurz vor 13 Uhr wurde ein Verdächtiger festgenommen. Knapp nach 14 Uhr verhaftete die Polizei einen weiteren Mann, dessen Kleidung Blutspuren aufwies. Die französische Öffentlichkeit ist in großem Aufruhr. Auch die Politik reagierte sofort – sowohl der Innenminister als auch Premierminister Macron brachten sich in das Geschehen ein. Beim Haupttäter soll es sich um einen „Franzosen mit Wurzeln in Pakistan“ handeln, er ist 18 Jahre alt.