Schwere Anschuldigungen gegen den bosnischen Botschafter in Pakistan: er soll illegal Visa an tausende Pakistaner ausgestellt haben.

Diese reisen jetzt nach Bosnien ein, berichtete die Grenzpolizei, sie könnten zum Sicherheitsrisiko werden. Der Fall wird von der bosnischen Staatsanwaltschaft untersucht. Der Botschafter wies die Vorwürfe vehement zurück.

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Kontrollen in Bosnien und im Ausland

Gemeinsam mit der Polizei werden nun bestimmte Kontrollen in Bosnien und im Ausland  durchgeführt, bestätigte ein Sprecher des Staatsanwalts. Die Anschuldigungen gegen den Botschafter in Pakistan kamen von Milorad Dodik, dem serbischen Mitglied der Föderalregierung Bosnien-Herzegowina und Gründer der nationalistischen Allianz unabhängiger Sozialdemokraten.

Pakistan verwundert

Der Botschafter dementierte: es wurde kein einziges, gefälschtes Visum ausgestellt. Er verlangte eine Entschuldigung von Dodik und dem Sicherheitsminister Fahrudin Radoncic, der als „bosnischer Trump“ bezeichnet wird. Die Regierung in Islamabad sei bereit, ihre Bürger zurückzunehmen, sollte sich die Information des Sicherheitsministeriums als wahr herausstellen, sagte der Botschafter. Islamabad habe gar nicht gewusst, dass so viele Landsleute in Bosnien sind. Man verstehe nicht, warum die bosnischen Behörden diese Leute nicht registrieren und Pakistan darüber informiert haben.

Schwelender Konflikt wegen illegaler Migranten

Die Beziehung zwischen Bosnien und Pakistan ist seit Wochen angespannt: Sicherheitsminister Radoncic warf dem Pakistanischen Botschafter nämlich mangelnde Zusammenarbeit bei der Identifizierung von in Bosnien lebenden Migranten vor. Sein Verhalten sei „verantwortungslos“ und stelle das öffentliche Vertrauen in seine Arbeit und seinen Verbleib im Land in Frage. Diese Ausssagen verurteilten wiederum bosnische Vertreter der Föderalregierung bei einem Treffen mit dem Botschafter.

Abschiebe-Liste als Ausgangspunkt des Streits

Begonnen hat der Streit bereits Mitte April: der Sicherheitsminister befahl damals dem bosnischen Service für Auslandsangelegenheiten (SFA) eine Liste der geschätzten, bis zu 10.000 illegal im Land lebenden Migranten, zur Abschiebung aufzustellen. Flüchtlinge aus Syrien waren ausgenommen. Der Minister forderte auch, dass jene Länder, aus denen die Migranten kamen, die Kosten für deren Rückflug nach Hause übernehmen sollen.

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