Der leidenschaftliche Boxer wehrte sich nach Leibeskräften gegen seine Festnahme.

Seit Montag kursiert in sozialen Medien ein Video von einer Festnahme in Hamburg, bei der sich ein angeblich 15-jähriger Migrant nach Leibeskräften gegen seine Anhaltung wehrt.

Der Jugendliche, der nach Informationen deutscher Medien Kadir heißen soll, ist in seiner Freizeit leidenschaftlicher Boxer – und zwar kurioserweise beim Polizeisportverein. Entsprechend wuchtig ist sein Körperbau und über mehrere Minuten schafft er es, sich erfolgreich gegen eine Überzahl von Polizisten zur Wehr zu setzen.

Migrant leistet heftigen Widerstand

Erst als acht Beamte mit ihm ringen, schaffen sie es das „Bröckerl“ zu Boden zu bringen. Der recht erwachsen aussehende Jugendliche ist übrigens bereits polizeibekannt – offenbar wegen einer Reihe von Gewaltdelikten. Am Montag war Auslöser, dass er sich nach mutmaßlichem Begehen einer Ordnungswidrigkeit der Identitätsfeststellung offenbar entziehen wollte.

Und plötzlich eine Debatte über Polizeigewalt

Es wäre allerdings nicht die deutsche Medienlandschaft, wenn die folgende Debatte nicht in eine ganz andere Richtung ginge. Denn plötzlich spricht unser Nachbarland neuerlich über angebliche Polizeigewalt. Eine Augenzeugin verglich gegenüber dem Focus den Einsatz sogar mit der Verhaftung des Afro-Amerikaners George Floyd – dieser fand skurrilerweise direkt vor einem Graffiti statt, das an jenen erinnern soll.

Allerdings räumte auch sie ein, dass sie einiges Verständnis für die Härte des Zugriffs hatte, da der junge Mann ein enormes Aggressionpotenzial an den Tag legte. Sie übte dennoch Kritik an der Ausbildung der deutschen Polizei. Auch zu gefilmten Festnahmen in Frankfurt und Düsseldorf versuchen Mainstream-Medien das Narrativ der gewalttätigen Polizei zu bedienen oder stellen gar die Beamten als Angreifer dar. Dies, obwohl der Fixierte in beiden Fällen offensichtlich zuvor selbst handgreiflich wurde.

Hamburger Politik stellt sich großteils hinter Polizei

Die Politik in der Hansestadt stellt sich indes hinter die Polizei. Innensenator Andy Grote (SPD) sagte: „Die Hamburger erwartet aber von ihrer Polizei zu Recht, dass sie Recht und Gesetz notfalls auch gegen Widerstand durchsetzt.“ Niemand dürfte sich „durch schlichte Gegenwehr einer rechtmäßigen polizeilichen Maßnahme entziehen können“. Sogar die grüne Fraktionschefin will zwar das Beschwerdewesen weiterentwickeln, sieht aber in Zwangsmaßnahmen zur Wahrung öffentlicher Sicherheit prinzipiell kein Problem.

Der CDU-Innenexperte Dennis Gladiator thematisierte den Umstand, dass einige Quellen im Internet den Anfang des Videos weggeschnitten hätten. Es sei „besorgniserregend, wie solche Videos durch Weglassen manipuliert werden, um rechtmäßige Polizeiarbeit zu diskreditieren“. Übrigens: Auch die Veröffentlichung aus der Body-Cam eines Polizisten bei der Festnahme von George Floyd zeichnete ein differenzierteres Bild…

Vorfall polarisiert in den sozialen Medien

In sozialen Medien unterschied sich die Auffassung des Einsatzes je nach der politischen Ausrichtung der Nutzer teilweise eklatant. Linke User sahen sich in ihrer traditionellen Polizeikritik bestätigt und wähnen sich in einem Deutschland voll rassistischer Polizeigewalt. So etwa eine Berliner „politische Referentin“:

Anders fiel die Bewertung aber bereits in liberal-konservativen Kreisen aus. Die immer wieder für kritische Wortmeldungen bekannte bayerische Journalistin Anna Dobler befand etwa, dass die Eskalation solcher Situation hausgemacht sei.