Wer am langen Weg zu den Bahnsteigen diesen Ausblick hat, musste in vielen Fällen zuvor das berüchtigte "Kärntnerauge" passieren.

Weil die ÖBB die Problemzonen am Linzer Hauptbahnhof nicht in den Griff bekommen, fordert die FPÖ jetzt „ernsthafte Maßnahmen“.

Wie der Wochenblick regelmäßig – und zuletzt erst am Mittwochmorgen – berichtet, ist der von täglich zehntausenden Pendlern frequentierte Linzer Hauptbahnhof leider längst ein El Dorado für Kriminelle und andere unangenehme Zeitgenossen. Immer wieder kommt es zu Prügeleien und schweren Straftaten – entweder direkt im Bahnhofs-Areal oder anderorts durch Angehörige der einschlägigen Szene. Viele der Beteiligten besitzen einen Migrationshintergrund.

Freiheitliche fordern seit Jahren von ÖBB Maßnahmen

Besonders das Nadelöhr am „Kärntnerauge“ ist öfters Schauplatz von wilden Zusammenrottungen finsterer Gestalten aus aller Herren Länder. Dies geschieht auch deshalb, weil sich niemand so wirklich zuständig sieht. Der Linzer Ordnungsdienst darf nicht – es handelt sich um Privatgrund – und der ÖBB-Sicherheitsdienst hat keinen Auftrag, auch vor den Pforten des wichtigen Knotenbahnhofs einzugreifen.

Auch die Stadtpolitik beschäftigt die Thematik schon länger – bislang redet sie sich den Mund allerdings fusselig. Schon seit Jahren fordert die FPÖ die Bundesbahnen auf, ihr Hausrecht endlich durchzusetzen. FP-Sicherheitsstadtrat Raml wiederholt daher frühere Forderungen, dass die ÖBB „endlich handeln“ und „ernsthafte Maßnahmen“ durchsetzen. Es sei an der Zeit, dass der teilstaatliche Betrieb „die Probleme in den Griff bekommt“.

Attraktivität für „potentielle Krawallmacher“ senken

Raml erinnert daran, dass der Hauptbahnhof „einer der wichtigsten Punkte in der ganzen Stradt“ sei. Dies gelte gerade in Zeiten des Ausbaus und der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. Mit einem Nebeneffekt: „Leider ziehen öffentlich zugängliche, geheizte Räume verbunden mit kostenloser Internetnutzung aber auch herumlungernde Personen an, die sich regelmäßig betrinken und dann Probleme machen.“

Vor diesem Hintergrund sei ein Alkoholverbot am gesamten Gelände denkbar, ebenso eine zeitliche Einschränkung der WLAN-Nutzung. Damit verliere der „Hotspot Bahnhof für potentielle Krawallmacher an Attraktivität“. Er verwies darauf, dass man etwa in Wien zur Befriedung einer ähnlichen Problemszene am Wiener Westbahnhof letztere Maßnahme bereits setze. Ein Alkoholverbot gibt es an anderen wichtigen ÖBB-Bahnhöfen, wie etwa in Innsbruck, durchaus mit einigem Erfolg.

Raml eigentlich kein Freund von Verboten

Dennoch ist es Raml auch wichtig, abschließend klarzustellen, dass seine Partei prinzipiell kein Freund von Verboten sei. Es sei traurig, dass man Freiheiten einschränken müssen. Im vorliegenden Fall sei es aber „leider notwendig, um Belästigungen und Kriminalität von Fahrgästen möglichst fernzuhalten“. Kostenlose Annehmlichkeiten dürften keine Problemfälle anziehen, so der Sicherheitsstadtrat.