Gleich mehrere Delikte, die sich im Umkreis von Drogengeschäften abspielten, ereigneten sich am Mittwochabend in Wien. 

Ein festgenommener Dealer, der im großen Stil Heroin verkaufte und ein flüchtiges Räuber-Trio, das zwei Personen – im Glauben sie würden von ihnen Marihuana kaufen – ausraubte: So lautet die gemischte Bilanz auf die die Wiener Polizei am Mittwochabend im Punkt Suchtgift-Kriminalität verweisen kann.

Nigerianer dealte mit Heroin – und hauste mit Illegaler

Der erste der beiden Vorfälle spielte sich am späten Nachmittag am Kagraner Platz in Wien-Donaustadt (22. Bezirk) ab. Polizeibeamte observierten über mehrere Stunden einen verdächtigen Nigerianer (43). Dieser verkaufte dort am helllichten Tag, als ob es das normalste der Welt wäre, an insgesamt sieben Konsumenten eine Dosis Heroin.

Nachdem zuerst die Käufer angehalten wurden, erfolgte die Festnahme des Dealers. Dieser wehrte sich einer Polizeiaussendung zufolge mit Händen und Füßen. Bei sich trug der afrikanische Migrant in Kugeln abgepacktes Kokain und Heroin. Dieses wurde ebenso sichergestellt wie eine ungenannte Menge an Bargeld, das bei einer Durchsuchung seiner Wohnung gefunden wurde.

Dies war aber noch nicht der einzige sensationelle Zufallsfund in der Wohnstätte. Denn dort befand sich auch eine unrechtmäßig im Bundesgebiet aufhältige Frau (32). Diese wurde aufgrund fremdenpolizeilicher Gründe ebenfalls festgenommen.

Raubüberfall bei Drogendeal im Park

Nicht einmal sechs Stunden später musste die Polizei erneut ausrücken – diesmal befand sich der Tatort im Stadtpark in Wien-Landstraße (3. Bezirk). Zwei Personen (32, 53) wollten dort von drei Unbekannten Marihuana kaufen – auf einem Kinderspielplatz. Dort witterten die vermeintlichen Dealer aber ein Geschäft der anderen Art und überfielen die beiden kaufwilligen Drogenkonsumenten.

Dabei, so die Aussage des 32-Jährigen wurde sein 53-jähriger Begleiter von diesen drei Personen niedergeschlagen und ausgeraubt. Abhanden kamen dabei eine Geldtasche und ein Mobiltelefon. Das verletzte Opfer benötigte die Versorgung durch die Rettung, eine Sofortfahndung nach den Tätern verlief erfolglos, die Ermittlungen gehen aber weiter.

Drogenkriminalität als Dauerbrenner in Wien

Bereits in der Vorwoche führte eine Schwerpunktaktion zu mehreren Zugriffen wegen Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz. Am Freitagabend lieferte sich ein Polizist in der Donaustadt eine spektakuläre Verfolgsjagd auf einem von einem Passanten geliehenen Fahrrad, um zwei Dealer aus Gambia dingfest zu machen. Am selben Abend hatte die Exekutive bereits vier andere Personen beim Handel mit illegalen Drogen erwischt.

Bekannter Hotspot im Stadtpark

Ob die mutmaßlichen Dealer im Stadtpark einen Migrationshintergrund hatten ist übrigens derzeit unklar, gilt aber aufgrund der demographischen Zusammensetzung der dortigen Drogenszene als wahrscheinlich. Schon vor 15 Jahren sorgte der ungenierte dortige Drogenhandel seitens vor allem ausländischer Jugendlicher für negative Schlagzeilen. Daran änderte auch ein Schlag gegen die dortige Szene damals nichts, wie Bildmaterial von 2010 belegt kehrte das Problem schon alsbaldig zurück…

Im Jahr 2018: Über 10.000 Drogendelikte in Wien

Wien verzeichnet aufgrund seiner Größe in absoluten Zahlen die meisten Delikte in Verbindung mit Rauschgift. Alleine im Jahr 2018 wurden 12.750 Suchtmitteldelikte in Wien verzeichnet. In relativen Zahlen ist man damit allerdings nicht in der Spitzenreiter-Position: Eine höhere Dichte in Relation zur Bevölkerungszahl weisen etwa Linz und Innsbruck auf.