Sammlung für Selenski: Ex-NEOS-Mitarbeiterin bat um Kriegsmaterial-Spende an Kirche

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War Söldnerseite-Distanzierung doch nur Schutzbehauptung?

Sammlung für Selenski: Ex-NEOS-Mitarbeiterin bat um Kriegsmaterial-Spende an Kirche

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Bereits mehrfach berichtete Wochenblick über die unfassbaren Verstrickungen innerhalb des Wiener Ukrainehilfe-Netzwerks. So wiesen wir etwa nach, dass in einem Palais der Ärztekammer Sachspenden “für militärische Zwecke” gesammelt wurden. Die St.-Barbara-Kirche in der Postgasse wiederum distanzierte sich nach unseren Berichten von einem Portal, das für Geldspenden für die ukrainische Armee wirbt und zeitweise sogar auf eine Söldner-Rekrutierungsseite verwies. Ganz so einfach ist das mit der Kindesweglegung nicht: Denn auch das Gotteshaus sammelte Güter, die für den Armee-Einsatz tauglich sind. Nach der Anzeige eines Friedensaktivisten ermittelt sogar der Verfassungsschutz, es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Kirche distanzierte sich von Söldner-Seite…

Von Anfang an vereinbarte die Wiener Ärztekammer von Noch-Ärztekammerpräsident Szekeres eine Zusammenarbeit mit der Pfarre, die für die Seelsorge der ukrainischen Community zuständig ist. Wie Wochenblick aufdeckte, wurde auch dazu mobilisiert, militärisch nutzbare Helme sowie andere Ausrüstungsteile für die Streitkräfte einschließlich Wärmebildkameras zu sammeln Als wir berichteten, dass die St.-Barbara-Pfarre auf eine ominöse Söldner-Seite verlinkte, ging diese offiziell auf Distanz zu solchen Umtrieben.

Die Vorgeschichte über die “Distanzierung” der Pfarre lesen Sie hier:

…aber sammelte armeetaugliches Material

In einer Stellungnahme gegenüber dem Wochenblick schrieb eine Anwaltskanzlei in deren Auftrag: Man sammle “ausschließlich Hilfsgüter für zivile humanitäre Zwecke wie beispielsweise Nahrungsmittel und Medikamente”. Dies dürfte allerdings nicht der vollen Wahrheit entsprechen, wie ein Twitter-Beitrag beweist. Dieser stammt von einer ehemaligen NEOS-Mitarbeiterin, die in der Vergangenheit durch die Veranstaltung ungehemmter Sex-Partys für Schlagzeilen sorgte (Wochenblick berichtete). Und auch diesmal ist es ihre Offenherzigkeit, die belegt, dass wir auf der richtigen Fährte waren.

Pikant: Ihren Aufruf startete die mittlerweile im Dunstkreis digitaler Währungswirtschaft tätige, schöne Osteuropäerin direkt in einem Twitter-Thread, in dem sie offen an Journalisten appellierte, sich in einer ukrainischen Telegram-Infogruppe anzumelden. Doch offenbar nahmen keine Mainstream-Journalisten irgendeinen Anstoß an der Liste, die eher untypisch für zivile humanitäre Zwecke anmutet. Er wurde zudem vom einzigen NEOS-Bundesrat Karl Arlamovsky retweetet. Ein Parlamentarier eines neutralen Landes, der für die Sammlung mutmaßlich militärischer Ausrüstungsgegenstände einer kriegsführenden Armee wirbt – auch das ist ein Novum.

Rezeptpflichtige Medikamente erbeten

Was die Pfarre gegenüber unserem Medium als “ausschließlich Nahrungsmittel und Medikamente” betitelte, entsprach also zumindest an einem Zeitpunkt in der Vergangenheit nicht exakt der Wahrheit. Die genannte Liste erwähnt nämlich ausdrücklich auch: Funkgeräte, Nachtsichtgeräte, Knieschützer, Wärmebildkameras, schusssichere Westen, taktische Kleidung. Dass Wanderschuhe vor allem ab Größe 41 – also in Herrengrößen – gesucht wurden, lässt auch darauf schließen, dass diese eher Soldaten als fluchtwillige Frauen und Kinder tragen sollten.

Und auch das mit den Medikamenten war vermutlich nicht ganz so harmlos, wie dies medial kolportiert wurde. Ganz offen teilte die Ex-Neos-Mitarbeiterin nämlich eine Liste von erwünschten Arzneien. Viele der Wirkstoffe und Medikamente auf der Liste sind streng apotheken- oder gar rezeptpflichtig. Man stiftete die Bürger also an, verschreibungspflichtige Heilmittel für einen Kriegsschauplatz bereitzustellen. Diese Praxis ist zwar, weil es sich um keinen privaten Verkauf handelt, nicht strafbar. Aber sogar Organisationen wie “Apotheker ohne Grenzen” raten von privaten Medikamentenspenden für Krisenregionen ab.

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Söldner-Rekrutierung ging ungehindert weiter

Trotz aller Verschleierungsversuche kann das Ukrainehilfe-Netzwerk in Wien also nicht davon ablenken, dass hier zumindest eine massiv schiefe Optik besteht. Wie Wochenblick in der Vorwoche aufdeckte, verwies die einschlägige Seite “helpforukraine.at”, die über kein Impressum verfügt, damals noch auf eine ukrainische Seite, die zur Teilnahme an der internationalen Legion aufruft. Dies, obwohl die Unterstützung von Konfliktparteien im neutralen Österreich eigentlich strafbar ist (§320 StGB). Erst seit wenigen Tagen ist dieser Link nun nicht mehr abrufbar.

Es ist also denkbar, dass die Söldner-Rekrutierung im Herzen Wiens weiterging – auch nachdem die ukrainische Botschaft derartige Aufrufe nach Kritik aus der Politik einstellte. Nichtsdestotrotz befindet sich auf “helpforukraine.at” bis heute ein Unterstützungskonto für die ukrainischen Streitkräfte, welche die Botschaft eingerichtet haben soll. Auch die “Ukrainische Jugend in Österreich”, in deren Facebook-Gruppe Spendenaufrufe für ukrainische Kämpfer tagelang abrufbar waren, wird dort als Spendenempfängerin aufgelistet.

Den ganzen Artikel über die ominöse Söldner-Seite lesen Sie hier:

Ärztekammer schweigt weiter zu Vorwürfen

Ob die Arzneien auch der ukrainischen Armee dienen sollen, ist unklar. Dies auch deshalb, weil die “Ukrainische Jugend” auf eine Wochenblick-Anfrage auch nach fast einer Woche nicht reagiert. Und auch die Ärztekammer hüllt sich weiterhin in Schweigen zu den Vorwürfen und zur mutmaßlichen Sammlung von Kriegsausrüstung in einer ihrer Immobilien. Inwiefern sich dies mit der Transparenz, die sich der designierte Szekeres-Nachfolger Johannes Steinhart auf die Fahnen schreiben wollte, vereinbaren lässt, darüber kann nur spekuliert werden.

Der gesamte Wiener Ukraine-Komplex beschäftigt inzwischen nicht nur kritische Geister – sondern längst auch die Ermittlungsbehörden. Nach der Anzeige eines Friedensaktivisten heftete sich der Verfassungsschutz an die Causa. Gegenüber dem Wochenblick bestätigte der Aktivist, dass die Behörden sich bei der Einvernehmung durchaus interessiert an einer Aufklärung der Causa zeigten. Die Polizei bestätigte unserem Medium bereits vor einigen Tagen, dass tatsächlich ein Ermittlungsverfahren in diesem Zusammenhang läuft, man durch Nennung von Details dessen Ausgang aber nicht vorgreifen möchte.

Den Aufdecker-Artikel, der alles ins Rollen brachte, lesen Sie hier:

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