Schatzkästlein am Zusammenfluss von Enns und Steyr

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Schatzkästlein am Zusammenfluss von Enns und Steyr

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Dass Steyr als eine der schönsten Städte Oberösterreichs gilt, verdankt es zum einen seiner reizvollen Lage am Zusammenfluss von Enns und Steyr, zum anderen seinem Reichtum an kunsthistorisch bedeutsamen Bauwerken.

Ein Gastbeitrag von Dr. Siegfried Pichl

Erste Siedlungsspuren im Steyrer Raum gibt es schon aus der Keltenzeit.

Im 6. Jhd. n. Chr. erfolgte die bayerische Besiedelung, später gehörte Steyr zum Rodungsgebiet des 777 von Herzog Tassilo gegründeten Stifts Kremsmünster. 980 findet erstmals die „Styraburg“ urkundliche Erwähnung.

Wappen der Otakaren

Bauherren waren die Grafen von Wels-Lambach, die bereits Besitzungen in der heutigen Steiermark hatten, welche unter ihren Nachfolgern, den Otakaren, durch geschickte Heiratspolitik noch bedeutend erweitert werden konnten.

Das Wappen der Otakaren stellt einen silbernen Panther auf grünem Grund dar – bis heute das Wappen der Stadt Steyr, ebenso wie des Landes Steiermark. Unter den Habsburgern zählte Steyr zu den sieben landesfürstlichen Städten im Herzogtum Österreich ob der Enns.

Gotisches Bummerlhaus

Beginnen wir unseren Rundgang am Hauptplatz: hier wenden wir uns zuerst dem so genannten Bummerlhaus zu, dem bekannten Wahrzeichen der Stadt. Der Kern des Gebäudes datiert noch ins 13. Jhd., um 1497 erhielt es sein heutiges Erscheinungsbild mit dem steilen Giebeldach und dem vorspringenden mittleren Stockwerk.

Auffallend ist die kunstvoll gestaltete Fassade, deren reiche Maßwerkarbeit das Bummerlhaus zu einem der schönsten gotischen Profanbauten Österreichs macht. Der Name rührt übrigens aus dem 19. Jhd. her, als sich die Gaststätte „Zum Goldenen Löwen“ in diesem Haus befand. Eine auch heute noch zu sehende, damals über dem Wirtshausschild angebrachte eher unscheinbare Löwenskulptur wurde von den Steyrern als „Bummerl“ (soviel wie dickes Hündchen) verspottet. Und so ist es bis heute beim Namen Bummerlhaus geblieben.

Rokoko Rathaus

Fast alle aus dem Mittelalter stammenden Häuser am Hauptplatz wurden in späteren Jahrhunderten umgestaltet, und so finden wir hier eine einzigartige historische Kulisse aus Renaissance-, Barock- und Rokoko-Fassaden. Hervorzuheben ist das in den Jahren 1765 bis 1778 errichtete Rathaus in herrlichem Rokoko, das mit seinem Turm dem Betrachter sogleich ins Auge fällt. Über der Altstadt erhebt sich Schloss Lamberg, das – wie schon erwähnt – auf eine Burg aus dem 10. Jhd. zurückgeht.

Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1727, der auch die Burg zerstörte, wurde Schloss Lamberg unter der Leitung des namhaften Linzer Baumeisters Johann Michael Prunner neu aufgebaut und erhielt sein heutiges Erscheinungsbild.

Ein Tipp für Kulturliebhaber: in den Sommermonaten dient der Schlossgraben als Bühne für das alljährlich stattfindende Musikfestival Steyr. Neben den historischen Profanbauten besitzt Steyr auch einige sehr sehenswerte Kirchen, wie etwa die alte gotische Stadtpfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert.

Stifter sei Dank

Dass diese heute weitgehend ihr ursprüngliches Erscheinungsbild aufweist, ist vor allem einem Mann zu verdanken: Adalbert Stifter, der in seiner Eigenschaft als Landesdenkmalpfleger die Rückgängigmachung der im 17. Jhd. erfolgten Barockisierung veranlasste.

Unübersehbar auch die am Zusammenfluss von Enns und Steyr erhöht gelegene Michaelerkirche mit ihrer barocken Zweiturmfassade. Um die Mitte des 17. Jhds. als Kirche des Jesuitenkollegs errichtet, wurde sie nach der 1773 erfolgten Aufhebung des Ordens zur neuen Stadtpfarrkirche ernannt.

Prächtige Kirchen

Das auffallende Giebelfresko, den Kirchenpatron St. Michael darstellend, wurde in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach alten Vorlagen neu gestaltet.

Der sehenswerte Hochaltar stammt aus den 1760er-Jahren und weist bereits Züge des Frühklassizismus auf, das eindrucksvolle Altarbild zeigt ebenfalls den Erzengel Michael. Neben der Michaelerkirche befindet sich das Gebäude der ehemaligen Bürgerspitalskirche, das seit dem Ende des 18. Jhds. als Wohnhaus genutzt wird.

Christkindl-Post

Zuletzt sei noch auf das ehemalige Benediktinerkloster Gleink verwiesen (eine von Stift Garsten ausgehende Klostergründung aus dem ersten Viertel des 12. Jhds., später barockisiert, und von Josef II. im Jahr 1784 aufgehoben), sowie auf die bekannte Wallfahrtskirche Christkindl, deren Bau 1702 nach Plänen Giovanni Carlones begonnen und ab 1708 vom prominenten österreichischen Barockbaumeister Jakob Prandtauer fortgeführt und beendet wurde.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich das bei der Kirche gelegene Weihnachtspostamt, das alljährlich im Dezember seine Pforten öffnet und Weihnachtsgrüße mit dem begehrten „Christkindl“-Stempel in alle Welt versendet.

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