Schlachtfeld Internet: Erbitterter Info-Krieg in der Ukraine weitet sich aus

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Kampf um die Köpfe und die digitale Welt

Schlachtfeld Internet: Erbitterter Info-Krieg in der Ukraine weitet sich aus

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Das Vorrücken russischer Streitkräfte in ukrainisches Territorium hat auch erhebliche Folgen für das Internet. In der Süd-ukrainischen Hafenstadt Cherson wird bereits seit mehreren Monaten der gesamte Internetverkehr umgeleitet – und zwar über die von Russland annektierte Halbinsel Krim und von dort Richtung Moskau. Das würde die Kontrolle erleichtern, so die Befürchtung der ukrainischen Seite.

Propaganda und Deutungshoheit

Dass ein militärischer Konflikt auch immer ein Krieg um die Köpfe ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Schon in beiden Weltkriegen haben alle Beteiligten versucht, ihre Seite mithilfe von Propaganda und Agitation als die Richtige darzustellen. Dass nun das gleiche im Ukraine-Russland-Krieg passiert, verwundert daher niemanden. Was sich jedoch geändert hat, ist die Art und Weise wie Propaganda, Nachrichten und Informationen ausgestrahlt werden. Das Internet ist deshalb ein heiß umkämpftes Instrument in diesem Konflikt.

Infrastruktur als militärisches Ziel

Nach dem Einmarsch russischer Truppen in Cherson haben russische Behörden den Internetverkehr umgeleitet. US-Dienste wie Facebook und Twitter blockiert und auch den Zugang zu gewissen Internetseiten blockiert. Der Westen tut dies übrigens ebenfalls – mehrere kremlnahe Medien sind in der ganzen EU verboten, in Österreich drohen sogar bis zu 50.000 Euro Strafe für die Teilung dieser Inhalte.

Entscheidender Wendepunkt war ein mehrtägiger Internetausfall in Cherson Ende Mai. Bis dahin wurden Daten aus der Stadt in erster Linie über Kiew nach Europa transportiert. Zwar stellten einige Internetanbieter über die folgenden Tage ihre Verbindung wieder her – doch statt über Kiew ging der gesamte Datenverkehr seither über die Krim und von dort weiter Richtung Moskau. Aktuell zeigt sich, dass es für praktisch alle Internetanbieter in Cherson nur eine einzige Richtung gibt, die intakt sei – nämlich über die Krim.

Mit Apple & Microsoft zum “Great Reset”

Bereits 2020 schloss die Ukraine einen Deal mit Microsoft für die Schaffung eines “hochgradig sicheren Cloud-Plattform-Ökosystems” ab. Dieses solle sich auf “verschiedene Branchen auswirken und die Energiewende, die digitale Transformation der Landwirtschaft und der Nachhaltigkeit befördern.” 2023 sollte in Zusammenarbeit mit Apple eine digitale Volkszählung durchgeführt werden. Diese sollte ebenfalls über die DiiA-App laufen , die auch für Ausweise und Behördengänge in Gebrauch ist – in der Ukraine ist der gläserne Bürger bereits greifbare Realität. Die Zusammenarbeit läuft über das “Ministerium für digitale Transformation”.

Vor Kurzem zeichnete der ukrainische Vize-Premier Michailo Fedorow eine Horror-Vision der Ukraine im Sinne des Great-Reset im Jahr 2030.

Ukraine zwischen Soros und Gleichschaltung

Die Ukraine ist auch ein beliebtes Betätigungsfeld für den selbsternannten “Menschenfreund” und Milliardär George Soros. In einem Video aus 2014 rühmte er den Einfluss seiner „Organisationen“ in der Ukraine. „Was in der Ukraine passiert, ist mein bestes Projekt“, erklärte Soros. Seit Kriegsbeginn haben beide Seite die Zensur der anderen Sichtweise vorangetrieben. Während Russland dafür in der weltweiten Presse verrissen wird, scheint Selenskis Medien-Gleichschaltung und Verbot der Opposition im Westen niemanden zu jucken…

Provisorische Infrastruktur oder langfristiger Wiederaufbau?

Sowohl das ukrainische Digitalministerium als auch Russland behaupten, dass die Wiederherstellung des Internets und des Mobilfunks eine der Prioritäten beim Wiederaufbau seien – oft unmittelbar nach der Rückeroberung von Gebieten. Zeitgleich fürchte man, dass der jeweils Andere auch bei der Netzinfrastruktur weiter vorrücke. Seit Kriegsbeginn hat Russland seine Internet-Zensur jedenfalls rasant vorangetrieben.

Auch auf ukrainischer Seite spielt das Internet eine zentrale Rolle: Einerseits als Sprachrohr zur Außenwelt, andererseits aber auch für die direkte Information der Bürger, so wird etwa per App vor Raketenangriffen gewarnt. In den von Russland eingenommenen Gebieten empfiehlt die ukrainische Regierung den Einsatz von VPNs – damit können etwa Websitesperren umgangen werden. Kritische Ansichten lässt aber auch die ukrainische Seite nicht zu – der “direkte Draht” zum Volk soll wohl vor allem die eigene Propaganda vorantreiben.

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