US-Republikaner verlangen Auskunft: Wofür hortet Bill Gates riesige Agrarflächen?

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Aufkauf von Agrarflächen gefährdet Nahrungssicherheit der Welt

US-Republikaner verlangen Auskunft: Wofür hortet Bill Gates riesige Agrarflächen?

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Republikanische US-Politiker verlangen jetzt in einem Brief an den zuständigen Ausschuss des Landwirtschaftsministeriums der Biden-Regierung Aufklärung über die anhaltenden Ackerland-Käufe von Bill Gates. Er solle seine Pläne und Interessen bezüglich der gehorteten Flächen bekannt geben, da er eine führende Stimme beim Vorantreiben von Kunstfleisch sei, heißt es in dem Schreiben. Der republikanische Abgeordnete Dusty Johnson zitiert darin eine frühere Gates-Aussage: „Alle reichen Länder sollten zu 100 Prozent auf synthetisches Fleisch umsteigen“.

100.000 Hektar allein in den USA

Der Microsoft-Gründer, Impfstoff-Tycoon und selbst ernannte „Philantrop“ (Menschenfreund) hat in den letzten Jahren rund 100.000 Hektar Agrarland in insgesamt 19 US-Bundesstaaten zu weit überhöhten Preisen gekauft. Das könne man nicht ignorieren, meint Johnson. Er hat Gates bereits im Juli in einem Tweet als „ausgesprochenen Gegner“ der traditionellen Landwirtschaft ins Visier genommen hat.

Die Nahrungsmittelversorgung der Welt könnte gefährdet sein, wenn Gates seine Flächen der Agrarproduktion entziehe. Gates ist größter Privatbesitzer von Agrarland in den USA, mit einem geschätzten Wert von 690 Millionen US-Dollar. Was genau er damit plant, ist unbekannt. Anfragen dazu wurden bisher nie beantwortet. Im März letzten Jahres wurde Gates bei einer Reddit-Frage-Session gefragt, warum er Ackerland aufkaufe. Die Antwort: Seine Investmentgruppe habe sich dafür entschieden. Es habe nichts mit dem Klima zu tun. Sein größter Besitz befindet sich im Bundesstaat Louisiana, gefolgt von Arkansas, Arizona, Nebraska, Illinois, Mississippi, Washington und Florida.

Wucherpreise verdrängen lokale Farmer

Auslöser für das Johnson-Schreiben war die kürzliche Zusage an die Gates-Organisation „Red River Trust“, knapp 850 Hektar erstklassiges Agrarland in North Dakota kaufen zu können. Der Deal wurde genehmigt, weil er einem Gesetz gegen Unternehmens-Landwirtschaft entsprach, wobei das Land zur Nutzung durch Landwirte zurückgepachtet werden sollte.

Gates schuf sich damit keine Freunde. Es habe viel „Unmut und Widerstand“ gegeben, sagte ein Berater gegenüber Medien. Insbesondere deshalb, weil Gates die in der dortigen Gemeinschaft etablierten Agrar-Traditionen und -Praktiken ablehnt. Gekauft und verwaltet wird Gates‘ Agrarland vor allem über seine „Cascade Investments“. Sie bezahlt zumeist überhöhte Preise. So flossen etwa für den Kauf von 5.870 Hektar Ackerland im Bundesstaat Washington etwa 171 Millionen US-Dollar, bzw. 29.000 US-Dollar pro Hektar, was weit über dem ortsüblichen Kaufpreis liege, berichtete die Regionalzeitung Tri-City-Herald. Mit dieser Praxis drängt Gates die ortsansässigen, kaufwilligen Landwirte aus dem Markt

Afrika: Gates-Programm verschärft Hunger

Mit ähnlichen Praktiken macht sich Gates auch Feinde in Afrika. Seit 2008 „fördert“ seine „Bill and Melinda Gates Stiftung“ dort eine „ertragreiche, nachhaltige Landwirtschaft“ für Kleinbauern in Afrika südlich der Sahara. Tatsächlich geht es aber um den Ausbau der industriellen Landwirtschaft. 6 Mrd. US-Dollar wurden bisher in das Entwicklungsprogramm „Allianz für eine Grüne Revolution“ investiert. Die Kritik daran wird immer lauter. Gates verschärfe damit Hunger, Ungleichheit und den Klimawandel, belegen neuere Forschungsberichte. Sein Ziel sei die Umpolung der Landwirte von traditionellem Saatgut und Feldfrüchten auf patentiertes Saatgut. Mit Pestiziden und anderen „Inputs“ wolle er Nutzpflanzen für den globalen Markt anbauen.

Handlanger für UN-Globalisten

Eine ähnliche Strategie wurde auch in Indien, zum massiven Nachteil der Klein-Landwirte, gefahren. Dieser Ansatz schaffe mehr Probleme, als er löse, heißt es. Man wirft Gates auch vor, Handlanger bei der der Verfestigung der Kontrolle über die globale Agrarpolitik auf UN-Ebene zu sein. Zu den Kritikern zählen Hunderte von Gruppen die den „UN-Food Systems Summit 2021“ boykottierten. Sie fordern eine dringende Umstellung auf diversifizierte, lokal kontrollierte Systeme, die Anwendung agrarökologischer Praktiken zum Schutz der Umwelt, für nahrhaftere Pflanzen und für soziale Gerechtigkeit.

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