Verdacht auf Terror-Anschlag: Lecks in Nord-Stream-Pipelines

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Nord Stream 1 & 2 beschädigt

Verdacht auf Terror-Anschlag: Lecks in Nord-Stream-Pipelines

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Bei den beiden Pipelines Nord Stream 1 und 2 gab es einen starken Druckabfall. Noch läuft die Ursachenforschung. Im Raum steht aber ein gezielter Terror-Anschlag, Szenarien die auf ein natürliches Leck hindeuten, gelten als unwahrscheinlich. Bereits zu Wochenbeginn sackte der Gasdruck in Nord Stream 2 ab. Das Gleiche passierte dann in der Nacht auf Dienstag bei der Nord Stream 1.

Es erhärtet sich der Verdacht dass die beiden Ostsee-Pipeline Opfer einer Terror-Attacke wurden. Zuerst wurden Informationen bekannt, wonach es im System der russischen Gaspipeline Nord Stream 2 in dänischen Gewässern südöstlich der Insel Bornholm ein Leck gab. In der Nacht auf Montag hatte der Betreiber wegen Druckproblemen an einer der Röhren alle Marinebehörden der Ostsee-Anrainer informiert. Im Verlauf des Tages wurde dann der vermeintliche Grund für den Druckabfall ausfindig gemacht: Ein Gasleck. Das Leck sei eine Gefahr für die Schifffahrt, hieß es. Schiffe müssen das Gasleck von Nord Stream 2 weiträumig umfahren.

Kurze Zeit später teilte die Nord Stream AG mit, dass auch Nord Stream 1 einen plötzlichen Druckabfall verzeichnete. Vom deutschen Wirtschaftsministerium und der Bundesnetzagentur hieß es daraufhin, man stehe mit den betroffenen Behörden in Kontakt, um die Sachlage zu klären. „Aktuell kennen wir die Ursachen für den Druckabfall nicht“, hieß es zu den Problemen an „Nord Stream 1“. Mittlerweile wurden mehrere Lecks entdeckt.

Suche nach Ursachen

Nun stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass bei beiden Pipelines zeitgleich mehrere Leck auftreten konnten. Ein Experte für Unterwasserroboter verwies auf die extrem hohen Sicherheitsstandards und die sehr robuste Bauweise der Leitungen. Bei einem technischen Gebrechen wäre zudem lediglich eine Pipeline betroffen. Bei Unterseebeben hätte es zwar beide Pipelines an unterschiedlichen Stellen erwischen können. Doch im Umkreis wurden keine Beben aufgezeichnet, so dass dieser Erklärungsversuch als eher unwahrscheinlich gilt.

Wie deutsche Medien berichten, dürften die staatlichen Behörden dabei aber die Möglichkeit eines Terror-Anschlags nicht ausschließen, da es sich bei den Ostsee-Pipelines um eine wichtige Infrastruktur handelt. Die Bundesregierung geht sogar dezidiert von einer gezielten Sabotage aus. Weiter hieß es, dass alles gegen einen Zufall spricht. Bei der dänischen Marine hieß es, es spreche einige für dafür dass es sich um einen gezielten Anschlag handelt. Angesichts des technischen Aufwands komme eigentlich nur ein staatlicher Akteur infrage.

Umso interessanter erscheint die Tatsache dass ein riesiger US-Flotten-Verband gerade vor der dänischen Küste kreuzt. Spätestens mit den NATO-Beitrittsgesuchen Finnlands und Schwedens ist die Ostsee zu einem Aufmarschgebiet der Seestreitkräfte Russlands und der NATO geworden. Am 22.September passierte ein Flottenverband der US-Navy den dänischen Fehmarnbelt.

Unbekanntes Ausmaß der Schäden

Wie eine deutsche Zeitung berichtet, veranlasse derzeit die Nord Stream AG weitreichende Untersuchungen. Zum Ausmaß etwaiger Schäden könne man zuvor vorher keine Angaben machen. Im Bereich um Bornholm liegen die Leitungen seiner Aussage nach etwa 70 Meter unter der Wasseroberfläche. Laut Nord-Stream-2-Sprecher Ulrich Lissek sind die Leitungen so verlegt, dass eine gleichzeitige Beschädigung mehrerer Leitungen etwa durch einen einzelnen Schiffsunfall höchst unwahrscheinlich ist. Zur Frage, ob ihm ähnliche Vorfälle im Zusammenhang mit Offshore-Pipelines bekannt seien, sagte er: „Hab’ ich nie gehört.“

Die dänischen Behörden haben an den Gaspipelines insgesamt drei Lecks entdeckt. Es sei die Rede von zwei Lecks an Nord Stream 1 nordöstlich der Ostsee-Insel Bornholm sowie einem an Nord Stream 2 südöstlich der Insel, teilte die dänische Energiebehörde am Dienstag mit. Im Falle von Nord Stream 1 befinde sich das eine Leck in dänischen und das andere in schwedischen Gewässern. Das Leck von Nord Stream 2 liege in dänischen Gewässern. Weitern Schäden sind derzeit noch nicht bekannt.

Umweltschäden

Schon jetzt steigen Gasblasen im Wert von zwei Milliarden Dollar aus den kaputten Rohren der Nord Streams auf, rechnete Sobko, ein Analyst für die Öl- und Gas- sowie die petrochemische Industrie, für RIA Novosti vor. Weitere Gasaustritte werden folgen, wenn die Rohre nicht schnellstens repariert werden. Einziger Lichtblick: Dadurch dass die Nordstream 2 nicht in Betrieb genommen wurde und die Nordstream 1 aufgrund von vermeintlichen Wartungsarbeiten stillgelegt wurde, dringt kein Öl in die Ostsee. Dennoch könnte der Fischbestand durch den Gasaustritt in der Ostsee gefährdet sein.

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