Vorwürfe an Verpächterin: Junger Wirt muss Traditions-Haus schließen

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Er bleibt auf Sanierungskosten sitzen

Vorwürfe an Verpächterin: Junger Wirt muss Traditions-Haus schließen

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Unmengen an Geld hat Jungpächter Marco Lehner aus eigener Tasche in die Renovierung des 150 Jahre alten Traditionsgasthauses „Zum Schmid-Leingartner“ in Vöcklabrück gesteckt – nun wurde ihm der Pachtvertrag gekündigt, die Verpächterin will keinen Cent zahlen.

Voller Motivation wollte der 26-Jährige vor einem halben Jahr frischen Wind in die traditionsreiche Gaststube bringen. Zahlreiche Baumängel kosteten aber nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Die Sanierung wäre eigentlich Sache der Verpächterin, der Stadtresidenz Vöcklabruck GmbH.

Massive Schäden am Gebäude

Auf eigene Kosten wurden die unzähligen Reparaturen am Dunstabzug, den Stromleitungen oder nach Schäden durch Wassereinbrüche durchgeführt. Die Verpächterin kam für die Aufwendungen nicht auf. In Absprache mit seinem Anwalt verringerte Marco Lehner den Pachtzins.

„Unsere Wirte müssen mit einer Stimme sprechen“
Anfang 2017 veranstaltete der “Wochenblick” eine große Podiumsdiskussion zum dramatischen Sterben der Wirtshäuser in Österreich.

„Unleidiges Verhalten“

Wenig später flatterte die Aufkündigung des Vertrags ins Haus. Nicht wegen der Pachtzinsverringerung sondern wegen „unleidigen Verhaltens“ – weil der Pächter nach Tipps aufmerksamer Gäste feststellte, dass die Verpächterin pleite ist. Und tatsächlich: Schon bevor der Pachtvertrag unterzeichnet wurde, gab es ein von der Bank eingeleitetes Zwangsversteigerungsverfahren für das Wirtshaus.
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Wirt bleibt kämpferisch

Trotzdem verpachtete die Stadtresidenz Vöcklabruck GmbH das Wirtshaus – sogar mit dreijährigem Kündigungsverzicht, einer Garantie, die die Verpächterin unmöglich geben kann. Lehner musste das Traditionswirtshaus zusperren, gibt sich aber kämpferisch. Er möchte unbedingt in der Gastronomie bleiben, hat schon ein anderes Pachtobjekt im Blick, will aber zuerst das Geld von der Verpächterin zurück.

Diese gibt sich unschuldig. Sie habe alle vertraglichen Verpflichtungen eingehalten. Sie geht davon aus, dass es zu den Versteigerungen nicht kommen wird, möchte aber nichts weiter kommentieren, da sie keine Dreckwäsche in der Öffentlichkeit waschen will.

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