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Dem ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian wird vorgeworfen, er habe Bauarbeiter beim privaten Hausbau bis zu 14 Stunden täglich arbeiten lassen.

Dieser Vorwurf hat es in sich: Laut einem brisanten Dokument, das jetzt an die Öffentlichkeit gelangte, soll ausgerechnet ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian (SPÖ) bei seinem Hausbau die Bauarbeiter in einem Zeitraum von 14 Stunden schuften haben lassen. Dabei gehört ausgerechnet Katzian zu den schärfsten Kritikern des neuen Arbeitszeitgesetzes der schwarz-blauen Regierung!

„Sie sagen, sie wollen zwölf Stunden arbeiten – fragt doch das Volk“, forderte Katzian noch energisch bei der großen ÖGB-Demo gegen den 12-Stunden-Tag am Samstag in Wien. Der Vorsitzende der Postgewerkschaft Helmut Köstinger hatte sogar zum Sturz der Regierung aufgerufen!


Vorwurf: ÖGB hüllt sich in Schweigen

Umso pikanter ist der Vorwurf, den unser Vizekanzler Heinz-Christian Strache jetzt im Nationalrat vortrug: „Ich habe jetzt gerade einen Brief bekommen vom Nachbarn von Herrn Katzian! Der war nicht uninteressant, weil da drinnen gestanden ist, der Herr Katzian hat offenbar bei seinem Hausbau kein Problem gehabt, dass die Bauarbeiter, die sein Haus gebaut haben, von sechs Uhr in der Früh bis 20 Uhr am Abend gehackelt haben!“

Auf die heftigen Vorwürfe reagiert SPÖ-Katzian im Nationalrat grinsend, schmunzelt schließlich scheinbar gelangweilt. Der „Wochenblick“ hat nachgehakt und sowohl bei der ÖGB-Pressestelle als auch bei der Sprecherin von Herrn Katzian zum pikanten Vorwurf nachgehakt. Seltsam: Trotz mehrfacher Anfragen per Mail und Telefon erfolgte bis jetzt (Stand 4. Juli 2018, 15:40 Uhr) keine Reaktion auf die Vorwürfe. Der ÖGB schweigt dazu eisern.

Der Vorwurf im Video (ab 08:35):

Nächster „Einzelfall“ bei der SPÖ?

Polit-Insider warnen nun eindringlich, dass die Kampagne der SPÖ gegen den von Schwarz-Blau geforderten, freiwilligen 12-Stunden-Tag nun ein richtiges Eigentor werden könnte! Denn bereits vor dem neuen Skandal um Katzian wurde bekannt, dass es unter dem ehemaligen ÖBB-Chef Christian Kern (SPÖ) beim staatsnahen Unternehmen 12-Stunden-Schichten gab. In Kärnten rackern Gemeindemitarbeiter unter dem roten Landeshauptmann Peter Kaiser teilweise bis zu 13 Stunden täglich („Wochenblick“ berichtete).

Ein besonders unpassender „Einzelfall“ inmitten der Widersprüche, in die sich die SPÖ anlässlich der Debatte um den 12-Stunden-Tag verstrickt: Ex-SPÖ-Kanzler Kern hatte  eine ähnliche Arbeitszeit-Flexibilisierung von bis zu zwölf Stunden in seinem „Plan A“ gefordert.

Verstrickt in Widersprüche

„Wir haben Wahlarbeitszeiten vorgeschlagen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können gemeinsam entscheiden, wie viel ein Mitarbeiter arbeitet. Dabei liegt die Entscheidung aber klar beim Arbeitnehmer, nicht umgekehrt“, verteidigt Kern den „Plan A“. Die Regierung betont indes, dass diese Freiwilligkeit auch klipp und klar beim schwarz-blauen Gesetz vorgesehen sei und Eingang in den Gesetzestext finde.