bandenkriege frankreich

Zurzeit sorgen Bandenkriege von Jugendlichen vor allem in den „sensiblen Zonen“ in Frankreich für extrem gewalttätige Auseinandersetzungen. Im jüngsten Fall wurde vergangene Woche ein 17-Jähriger von etwa zwölf jungen Leuten am helllichten Tag fast zu Tode geprügelt.

Von Kornelia Kirchweger

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Erbarmungslos zugeschlagen

Das Horror-Video wurde von einem Anrainer aufgenommen und kursiert in den sozialen Medien. Laut „Daily Mail“ zeigt es eine Auseinandersetzung in einem der berüchtigten Pariser Vororte. Es dokumentiert, wie Jugendliche, darunter zwei 14-jährige Schüler, einen jungen Mann mit Hockeyschlägern, Krücken und schweren Boule-Kugeln am Oberkörper und Kopf malträtieren. Das Opfer versuchte unter ein Auto zu kriechen, wurde wieder herausgezogen und die Bande schlug erneut auf den jungen Mann ein, bis er regungslos dalag.

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Gesicht mit 67 Stichen zusammengenäht

Die Polizei fand den Halbtoten vor einem Gebäude. Er wurde auf die Intensivstation gebracht. Sein Gesicht musste mit 67 Stichen zusammengenäht werden. Er soll jetzt außer Lebensgefahr sein. Selbst die Untersuchungsbehörden waren geschockt und sprechen von einem „schrecklichen Angriff“. Die Täter trugen Kapuzen oder Kappen, ihre Gesichter waren aber zu erkennen.

Letzten Samstag wurden drei Personen festgenommen: ein 14-jähriger und ein 16-jähriger Schüler und ein 20 Jahre alter Mann. Sie werden wegen versuchtem Mord, besonders brutaler Gewalt und bewaffnetem Bandenangriff angeklagt. Keiner der Täter, auch nicht das Opfer, wurden bisher identifiziert. Die Behörden suchen nach Zeugen.

An der Haltestelle Porte de la Chapelle blieben U-Bahnfahrer zeitweise nicht mehr stehen – ein Migranten-Brennpunkt.

Bandenkrieg: Ethnien gegen Ethnien

Laut Behörden wüten rivalisierende Jugendbanden vor allem in den Plattenbauvierteln der Pariser Vororte – wie jetzt, in Garges-les-Gonesse. In diesen Vierteln wohnen viele Menschen mit Migrationshintergrund. Laut Medienberichten findet dort ein Krieg von Ethnien gegen Ethnien statt. Es gibt keine klar definierbaren Bandenführer, sie wechseln ständig. In den meisten Fällen geht es um Drogenhandel und Territorialansprüche. Obwohl die Polizeipräsenz dort verstärkt wurde, ändert das nicht viel.

Macrons Regierung zerbröckelt

In einem Kommentar im Figaro heißt es offenbar in Anspielung auf die immer sichtbare werdende Schwäche von Präsident Emmanuel Macron:  Wenn der Staat zusammenbricht, führen die Minderheiten Krieg.

Macron verliert einen Minister nach dem anderen: jetzt geht auch Innenminister Gérard Collomb, davor verabschiedeten sich innerhalb einer Woche der Umwelt- bzw. der Sportminister. Der Sozialist Collomb beklagte die Abgehobenheit des Präsidenten, er spreche nicht mehr die Sprache des Volkes. Zu den Bandenkriegen meinte er: „In einigen dieser Viertel herrscht nicht mehr die republikanische Ordnung, sondern die der Banden und Drogenhändler“