Jahrelang hatte das Bundesheer kein Geld für Munition, die Einsatzfähigkeit des Heers für den Katastrophenschutz steht immer wieder auf dem Spiel. Für die geplanten Massentests lässt Österreichs Bundesheer hingegen 31 Millionen Euro springen. Mit ihnen soll die Hälfte der Österreicher auf Antikörper getestet werden, wie der Bundeskanzler bereits ankündigte.

Nach Vorbild der Slowakei sollen demnächst auch in Österreich Massentests stattfinden. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rührt die Werbetrommel für die Tests. Sie seien sie ein „Angebot an die Bevölkerung“. Wie ein geleaktes, angeblich offizielles Papier aus dem Bundesheer zeigt, kaufte das Bundesheer im Auftrag von Bundesministerin Claudia Tanner kürzlich 4 Millionen Antikörper-Tests an. Mit ihnen soll mehr als die Hälfte der Österreicher getestet werden. Dabei sind gelten die Antikörpertests als besonders unzuverlässig.

Vier Millionen Antigen-Tests

Bei den vom Bundesheer angekauften Antikörper-Tests handelt es sich um Antigen-Tests, wie die vorliegende Rechnung zeigt. Für 6,50 Euro das Stück wurden sie vom Bundesheer angekauft. In Summe wurden 31.221.120 Euro dafür ausgegeben.

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Experte: Tests sehr ungenau

Dabei gelten die Antigen-Tests als besonders unzuverlässig. Gregor Hörmann Geschäftsführer bei der Österreichischen Gesellschaft für Laboratoriumsmedizin und Klinische Chemie (ÖGLMKC) bestätigte im Gespräch mit dem ORF, dass die Antigen-Schnell-Tests wesentlich ungenauer seien als Labortests.

Bei den Antigen-Tests kommt je nach Variante eine Flüssigkeit, etwa ein Rachenabstrich oder ein paar Tropfen Blut, auf den Teststreifen. Nach wenigen Minuten liegt das Ergebnis vor. Doch laut Hörmann brauchen die Tests große Mengen des Erregers und sind daher oft ungenau.

FPÖ-Schnedlitz: Summe wird sich verdoppeln

Der Generalsekretär der FPÖ, Michael Schnedlitz, ist davon überzeugt, dass sich die Summe der angekauften Tests, für die bereits 31 Millionen Euro zu bezahlen sind, verdoppeln wird: „Insgesamt wird sich diese Summe aber verdoppeln, denn insgesamt sollen vom ‚Kommando Streitkräftebasis‘ acht Millionen dieser Tests beschafft werden.“

Schnedlitz vermutet außerdem, dass die Massentests schon länger geplant waren: „Wie lange die geplanten Massentests bereits von ‚langer Hand‘ angedacht wurden, erkennt man schon allein an der Tatsache, dass bereits mit Ende Oktober unsere Soldaten an die Slowakei zu solchen Tests als ‚Unterstützung‘ entsendet wurden. Wir sind hier leider mit einer ÖVP-Verteidigungsministerin Tanner konfrontiert, die unserem Heer seine Kompetenzen rauben möchte und gleichzeitig diesem jegliche finanzielle und personelle Ressource nimmt“.

Schnedlitz warnt vor Zwang und Umverteilung

Der FPÖ-General befürchtet, dass die Regierung noch zu  Zwangstestungen und Zwangsimpfungen greifen wird. Solche weist er als „tiefe Eingriffe in unsere Freiheits- und Grundrechte“ entschieden zurück. Doch auch der finanzielle Aspekt lässt Schnedlitz nicht kalt: „Gleichzeitig gibt es dabei den Steuerzahler, der das alles bezahlen muss und auf der anderen Seite die Pharmaindustrie, die den größten Nutzen daraus zieht – das ist auch eine Art der Umverteilung“.