Mit der 1G-Regel, die demnächst eingeführt werden dürfte, versucht die Regierung Kurz & Co. den erlahmten Impfwillen in der Bevölkerung anzustacheln. Dies dürfte dann Lokalen wie zum Beispiel dem Café „bilobi“ in Strobl am Wolfgangsee, das nur Nichtgeimpften den Zutritt gestattet, noch mehr Gäste bescheren.

Ein Lokalaugenschein von Kurt Guggenbichler

Als ich am Samstagmorgen vorm „bilobi“ so gegen zehn Uhr auftauche, sind die Tische vorm Lokal an der Eisenstraße schon gut besetzt. Man kann dort nämlich nicht nur Frühstücken, Brunchen und Essen, sondern auch biologische Lebensmittel, ökologische Produkte sowie Naturkosmetik und Naturtextilien erwerben. Im dazugehörigen benachbarten „Dreimäderlhaus“ kann man in luxuriösen „Bio-Appartments“ sogar Ferien machen.

Gäste finden gut, dass es solche Lokale gibt

Ich setze mich an den letzten freien Tisch, als die Kellnerin, eine freundliche Frau mittleren Alters auftaucht und mich fragt, ob ich „eh nicht geimpft“ sei. Sie müsse das leider tun, entschuldigt sie sich auf meinen erstaunten Blick hin und ich antworte: „Ich bin gesund und nicht geimpft!“ Daraufhin entspannt sich ihre Miene und sie nimmt meine Bestellung auf: Ein Glas Karottensaft mit Leitungswasser. Neben mir sitzt ein Paar, das heute Morgen extra aus Graz angereist war, wie es mir auf Nachfrage erzählt, um sich dieses Café, dessen Betreiberin Daniela Girbl überzeugt und mutig gegen den Strom schwimmt, einmal anzuschauen. Beide Steiermärker finden es gut, dass es solche Gaststätten gibt. Strobls Bürgermeister Josef Weikinger (ÖVP) ist da anderer Meinung und er appelliert an die Bevölkerung, dort nicht hinzugehen, weil dies nicht „unserer Linie“ entspreche.

Rechtlich passt alles

Das wird die Menschen, die eine Impfung für sich aus guten Gründen ablehnen, aber nicht daran hindern, dort vorbeizuschauen. Ein anderes Paar, dass sich gleich neben dem Eingang niedergelassen hatte, ist sogar aus Hallein zum Schauen nach Strobl herkommen und ist überzeugt, dass mit der Einführung der 1G-Regel Lokale wie das „bilobi“ noch mehr Zuspruch haben werden.
„Wie sind sie denn auf dieses Café gekommen?“, frage ich die Leute aus Graz und die Frau antwortet: „Durch Animap“. Auch die beiden Frauen aus der Stadt Salzburg am mittleren Tisch haben durch den ORF davon gehört, der allerdings weder den Namen der Strobler Lokalbetreiberin nannte noch den Namen ihres Cafés. Denn Daniela Girbl wollte kein Interview geben und hält sich auch sonst sehr zurück. Als sie im Schanigarten auftaucht, erkenne ich sie nach dem Foto auf ihrem Folder sofort, frage sie aber sicherheitshalber ob sie die Wirtin sei. Sie verneint und sagte, die wäre im Moment nicht da.

Gegen Spaltung der Gesellschaft

„Schade“, sage ich, weil ich mir gern eines der Zimmer im „Dreimäderlhaus“ angesehen hätte, worauf sie schnell eingestand, dass sie doch die Wirtin sei. Ich kann ihre Vorsicht verstehen. Denn Daniela Girbl will nur in Ruhe ihre Überzeugungen leben, zumal die professionellen Bedenkenträger schon wieder unken, dass dieses Modell die Spaltung unserer Gesellschaft weiter vorantreibe. Dass der eigentliche Vorantreiber der Spalterei jedoch der forcierte, indirekte Impfzwang durch die bald zu erwartende 1G-Regel ist, sagen sie nicht.
Daniela Girbl macht aber nichts Illegales, sondern nur von ihrem Hausrecht Gebrauch und selbst Bürgermeister Weikinger muss eingestehen, dass dabei rechtlich alles in Ordnung ist.

Das könnte Sie auch interessieren: