Die Debatten rund um Absagen von Künstlern auf linken Druck hin sind in vollem Gange. Dennoch fällt auf, dass sich vor allem solche Akteure auf Solidarität aus der Öffentlichkeit verlassen können, die zuvor ohnehin bereits im Mainstream-Kulturbereich verankert waren.

Mitten ins mediale Sommerloch platzte die Affäre um die Ausladung der steirischen Ka­barettistin Lisa Eckhart vom „Harbour Front Festival“ in Hamburg. Dort sollte die für ein politisch unkorrektes und zynisch-provokantes Programm bekannte Humoristin eine Lesung aus ihrem neuen Buch „Omama“ halten.

Antifa „warnt“ vor Störaktionen

Nachdem Aktivisten der linksextremen Antifa – die Hansestadt ist als Hochburg der linken Szene bekannt – vor möglichen Störaktionen „warnten“, sah sich der Klub „Nochtspeicher“, wo die Lesung stattfinden sollte, außerstande, die nötige Sicherheit zu gewährleisten.

Die Kritik lautete, Eckhart bediene antisemitische Klischees; sie hatte einst zur MeToo-Affäre um Harvey Weinstein und Woody Allen – beide mosaischen Glau­bens – gewitzelt, dass „die Un­­an­­tastbaren beginnen, an­de­re anzutasten“. Neben einigen Stimmen von links, die die Absage begrüßten, solidarisierten sich viele mit Eckhart.

Große Solidarität mit Eckhart – Ares geht leer aus

Neben selbst ins Kreuzfeuer geratenen Kollegen wie Dieter Nuhr brach sogar ZiB2-Anchor Armin Wolf eine Lanze für Eckhart. Am Ende war die Kontroverse um ihre Person für die Komödiantin und ihre neue Veröffentlichung vor allem unbezahlbare Werbung.

Ganz anders sah es aus, als in der Vorwoche nach dem Boykott von Amazon, Spotify und iTunes zuletzt auch YouTube den patriotischen Rapper Chris Ares – zuletzt auf Platz 3 der deutschen Albumcharts eingestiegen – löschte. Die Begründung: ein angeblicher Verstoß gegen die „Hassrede“-Richtlinien der Seite.

Schon 25.000 YouTube-Konten gelöscht

Der IT-Riese rühmt sich damit, seit einer Änderung der Geschäftsbedingungen im Vorjahr mehr als 25.000 Konten gelöscht zu haben. Die Mehrheit der Öffentlichkeit nahm diese Art der Zensur aber kommentarlos hin, einzig ein AfD-Politiker und ein Journalist der konservativen „Jungen Freiheit“ kritisierten den Entschluss.

Apropos: Ein heimischer rechter Aktivist und Vlogger will unter Hinweis auf die marktbeherrschende Stellung von YouTube gegen seine eigene Aussperrung von der führenden Video-Plattform klagen. Rechtsexperten sehen trotz fehlender Judikatur eine realistische Chance auf Erfolg.