Nach den Sex-Attacken vom Wochenende hatte die FPÖ angekündigt, Ausgangssperren für Bewohner von Asylquartieren in Wels zu verhängen. Nun steuert die Caritas, als Betreiber der Welser Quartiere, dagegen.

Die Stimmung ist aufgeheizt: Etliche angezeigte Grapsch-Attacken auf dem Welser Volksfest und eine versuchte Vergewaltigung in Linz, alles an einem Wochenende. Die Ereignisse von Wels werden mit der Kölner Silvesternacht verglichen – doch auch in der deutschen Domstadt reißen die Ereignisse nicht ab: Eine junge Frau wurde von am vergangenen Samstag von 2 Tätern vergewaltigt.

Caritas: „Wollen sie nicht einsperren“

Informationen der Landespolizeidirektion Linz zufolge wohnen alle sieben ausgeforschten Täter in Welser Asylunterkünften. Trotzdem sieht die Caritas für eine Ausgangssperre keine Notwendigkeit: „Wir stimmen einer solchen Ausgangssperre nicht zu“, sagt Daniela Anzengruber von der Caritas Linz. „Einsperren können und wollen wir sie nicht, wir sind ja keine Justizanstalt.“

Statt einer Ausgangssperre habe man das Gespräch mit den männlichen Asylwerbern gesucht und auf sie eingewirkt, das Volksfest nicht mehr zu besuchen. Ob die Männer also tatsächlich zuhause bleiben oder nicht, hängt letztendlich von ihnen selbst ab.

„Pograpsch-Paragraf“

Brisant: Grapsch-Attacken wie vom Welser Volksfest fallen unter den sogenannten „Pograpsch-Paragrafen.“ Anfang des Jahres wurde bei der großen Reform des Strafrechts der § 218 StGB um einen Artikel erweitert. Allerdings war wohl der Anstoß für dieses Gesetz ursprünglich, sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz zu verhindern und nicht, organisierte Banden dingfest zu machen. Laut dem Welser Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner sollen sich die Asylwerber vor den Übergriffen organisiert haben und während der Tat als Gruppe aufgetreten sein.

 

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