Marktforscher Heuritsch befürchtet, dass die Finanzeliten dem Virus die Schuld an der kommenden Wirtschafts-Katastrophe in die Schuhe schieben werden. Doch er sieht eine Chance für die Bürger: Es könne auch ein „Wiederaufstieg kommen, ohne korrupte EU-Bonzen und gierige Finanzhaie“.

Ein Gastkommentar von Dietmar Karl Heuritsch

Die Krise kommt erst nach der Krise

Die Corona-Krise scheint in Österreich ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Die Neuinfektionen gehen deutlich zurück, die Genesungsrate strebt in lichte Höhen. Herr und Frau Österreicher hoffen, dass bald wieder alles in Ordnung sein wird. Alles in Ordnung? Kritische Geister befürchten, jetzt geht es erst wirklich los. Es kommt die Krise nach der Krise. Die Regierung Kurz hat die Wirtschaft wochenlang praktisch außer Gefecht gesetzt. Die Wirte, Hoteliers und viele andere Branchen müssen ihre Betriebe nach wie vor geschlossen halten und es ist zu befürchten, dass etliche von ihnen gar nicht mehr aufsperren werden.

Die Arbeitslosigkeit ist die höchste seit 1945. Wir müssen uns auf eine gewaltige Konkurswelle einstellen und hoffen, dass es nicht mehr Selbstmorde von pleitegegangenen Selbstständigen als Corona-Tote geben wird. Aber nein, dazu wird es nicht kommen. Hat doch der uns von der Vorsehung rechtzeitig gesandte größter Bundeskanzler aller Zeiten (GRÖBAZ) in seiner unermesslichen Weisheit flugs Rettungspakete in Milliardenhöhe geschnürt, geförderte und von der Bundesregierung abgesicherte Kredite für Unternehmen, Kreditstundungen für Private, Härtefonds für in Not geratene Selbstständige und Familien und so fort ins Leben gerufen.

Wer soll das bezahlen?

Schon in einem alten deutschen Schlager hieß es „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?“. Diese Frage stellt sich jetzt auch: Wer soll das bezahlen? Das Geld, das Kanzler Kurz und Finanzminister Blümel jetzt vollmundig versprechen, existiert ja gar nicht. Der Staat (das sind wir alle) muss sich weiter verschulden, die Unternehmen verschulden sich und die privaten Haushalte auch. Die Weltwirtschaft und besonders jene der EU befanden sich schon vor Ausbruch der Corona-Krise in Alarmzustand. Die Schulden der Euroländer hatten schon 2019 Höchststände erreicht und die Mächtigen versuchten mit wahnwitzigen Mitteln wie Negativzinsen und diversen Rettungsschirmen die Katastrophe abzuwenden oder zumindest zu verschieben.

Wie sollen die Real- und die Finanzwirtschaft die Erschütterungen durch die Corona-Krise zusätzlich zu der bisherigen Misere verarbeiten können? Noch mehr Negativ-Zinsen? Euro-Bonds, damit die Pleitestaaten im Süden auf Kosten der etwas besser dastehenden Nordstaaten noch ein paar Jahre weiterwursteln können? Oder drastische Steuererhöhungen – letztendlich zahlt immer der Bürger. Es ist davon auszugehen, dass auf die Corona-Krise eine gewaltige Wirtschafts- und Finanzkrise folgen wird. Mit Folgen für uns alle, die noch gar nicht abzusehen sind.Ob es in zwei Jahren den Euro und die EU in ihrer derzeitigen Form noch geben wird, muss sich erst herausstellen.

Dann können wir davon ausgehen, dass die Finanzelite der Welt, die Regierungschefs und die EU-Gewaltigen dem Virus die Schuld für die Katastrophe geben werden. Das ist doch viel angenehmer, als selbst den Kopf für das Totalversagen hinhalten zu müssen. Für uns Bürger bleibt die Hoffnung, dass auf die Krisis eine Katharsis folgen wird, die eine Läuterung und einen Wiederaufstieg bringen werden. Dann hoffentlich ohne korrupte EU-Bonzen, ohne machthungrige Politiker und ohne gierige Finanzhaie.

 

Über den Autor

Dietmar Karl Heuritsch, Jahrgang 1966, Familienvater, ist seit 1991 als Marketingunternehmer und Kommunikationstrainer tätig. Auch als Marktforscher und Politikberater hat er sich in Österreich und Deutschland einen Namen gemacht.