Ein Referent aus dem Referat KM4 („Schutz Kritischer Infrastrukturen“) aus dem Bundesministerium des Inneren hat eine detaillierte Analyse zu den Schäden der Corona-Maßnahmen in Deutschland erstellt. Diese liegt dem Medium Tichys Einblick vor, das exklusiv darüber berichtet.

Das Ergebnis der Analyse ist alarmierend – denn das Fazit lautet nicht nur, dass es sich bei der Corona-Krise um einen verheerenden Fehlalarm handelt. Auch kommt der Referent zu dem Schluss, dass die von den Pandemie-Maßnahmen hervorgerufenen Kollateralschäden bedeutend schwerwiegender sind als die Schäden durch das Virus selbst.

BMI distanziert sich

Da sämtliche Anfragen des Referenten, seine Erkenntnisse mit Vorgesetzten zu besprechen und das Dokument dem Minister vorzulegen, abgelehnt wurden, leitete er es an den Krisenstab und seine fachlichen Arbeitskreise auf Bundesebene weiter. Das BMI schickte daraufhin ein Schreiben an alle Empfänger, in dem es sich von besagtem Dokument distanzierte – was die Echtheit der Analyse bestätigt, denn dieses Schreiben liegt der Redaktion von Tichys Einblick ebenfalls vor.

COVID-19: Ein Fehlalarm

Der Referent kommt in seiner Analyse zu dem Schluss, dass die tatsächlichen Auswirkungen von COVID-19 die massiven Schutzmaßnahmen und die daraus resultierenden immensen Schäden für die Bevölkerung und die Wirtschaft Deutschlands nicht rechtfertigen. Nimmt man die üblichen Sterberaten in Deutschland als Vergleich, so zeige sich, dass die Gefahr von COVID-19 für die Bevölkerung nicht höher sei als die durch viele andere Viren.

Bis zu 125.000 Tote durch Corona-Schutzmaßnahmen

Eine große Gefahr dagegen gehe vom aktuellen Krisenmanagement aus: Die Schutzmaßnahmen der Regierung richten dem Autor zufolge täglich schwere Schäden an, die nicht nur materieller Natur sind, sondern auch gesundheitlicher. So sterben landesweit Patienten aufgrund von abgesagten Operationen. Im Dokument heißt es dazu: „Die voraussichtliche Sterberate lässt sich nicht seriös einzuschätzen; Vermutungen von Experten gehen von Zahlen zwischen unter 5.000 und bis zu 125.000 Patienten aus, die aufgrund der verschobenen OPs versterben werden/schon verstarben.“

Hinzu kämen die Opfer der schlechteren Versorgung von beispielsweise Krebserkrankungen, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Auch Pflegefälle leiden unter dem Abzug von Personal.

Gigantischer Schaden für die Gesellschaft

Verantwortlich für diese Tode seien das Krisenmanagement und die Politiker. Der Referent folgert in seiner Analyse:
„Das Krisenmanagement und die politischen Entscheider könnten einen gigantischen vermeidbaren Schaden für unsere Gesellschaft anrichten, der das Potential des Coronavirus bei weitem übertreffen und unvorstellbares Leid auslösen kann. Die Stabilität unseres Gemeinwesens und der Bestand unserer staatlichen Ordnung können gefährdet sein. Es drohen dem Staat hohe Schadenersatzforderungen wegen offenkundiger Fehlentscheidungen.“

Wirtschaftliche Konsequenzen

Der Referent übt zudem Kritik daran, dass in den Sitzungen der Krisenstäbe die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Schutzmaßnahmen nie diskutiert worden seien. Die hohen Kosten der Maßnahmen seien nicht thematisiert worden, ebenso wenig wie die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Kritik an der Regierung: Gesicht wahren?

Dass der Fehlalarm so lange unentdeckt blieb, sei dem Mangel an Detektionsinstrumenten geschuldet, die einwirken sollten, sobald die Kollateralschäden gravierender ausfallen als die Schäden durch die fragliche Erkrankung selbst. Nun, da das Ungleichgewicht zwischen der propagierten Bedrohung durch das Virus und den bereits erwiesenen realen Schäden durch die Schutzmaßnahmen deutlich wird, sei die kurzfristige Aufhebung der Maßnahmen dringend zu empfehlen.

Andernfalls könnte in der Bevölkerung der Verdacht wachsen, dass die Regierung mit dem Festhalten an den Maßnahmen vor allem ihr Gesicht wahren möchte: „Angesichts des sachlichen Befunds der vorliegenden Analyse und der dazu im Kontrast stehenden Entscheidungen der Politik, kann bei geschädigten Außenstehenden möglicherweise die Befürchtung aufkommen, dass das bestimmende Schutzziel des nationalen Krisenmanagements nicht mehr die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung ist, sondern die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz von Regierungsparteien und Regierungsmitgliedern.“

Fazit: Regierung hat versagt

Der Referent übt schärfste Kritik an der mangelhaften Lageanalyse durch das RKI und den daraus folgenden Fehlentscheidungen von Bundes- und Landesregierungen. Die „ministeriellen Arbeitsprozesse seit März 2020“ stuft er „vielfach als unprofessionell und unsolide“ ein.