Wegen der steigenden Zahl der positiv auf Corona getesteten Personen, werden schärfere Maßnahmen geprüft. Ortschaften sollen abgeriegelt werden.

Der harte Lockdown in Sachsen ist offenbar noch nicht genug. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wies daher auch zuletzt darauf hin, dass weitere härtere Maßnahmen folgen könnten. „Die Sächsinnen und Sachsen haben die Maßnahmen nicht so verinnerlicht, wie es in so einer pandemischen Lage notwendig ist“, erklärte er und kritisierte die – trotz der hohen Inzidenzwerte – nach wie vor zu hohe Mobilität der Mitteldeutschen. Wie Berichten der „Bild“ zu entnehmen ist, wird nun offenbar erwägt, diese Mobilität rigide einzuschränken.

Das Schaffen vieler kleiner DDRs

So wird wohl geplant, dass Ortschaften, die besonders stark steigende und hohe Infektionsraten aufweisen, abzuriegeln. Wie schon im sachsen-anhaltinischen Jessen oder im österreichischen Kuchl sollen alle Zufahrtsstraßen und -wege zu den betreffenden Kommunen abgesperrt werden – niemand darf hinein oder heraus. Ein Zustand, der den Mitteldeutschen noch aus dem größten europäischen Freiluftgefängnis DDR nur zu gut bekannt sein dürfte. Zudem könnte es auch strenge Ausgangssperren geben, bei denen es den Bürgern nur während vorher festgelegten Zeitfenstern – diskutiert wird eine Stunde – gestattet ist, ihre Wohnungen zu verlassen und auf kürzesten Wegen ihre Einkäufe des täglichen Bedarfs zu erledigen.

Überraschungsaktion wie beim Mauerbau

Diese Abriegelung der Orte – Listen der betreffenden Kommunen werden wohl im Corona-Krisenstab bereits erstellt – soll zudem kurzfristig und ohne Vorwarnung durchgeführt werden können, damit nicht noch jemandem zuvor die Möglichkeit der Flucht aus der entsprechenden Sperrzone gegeben wird. Stattfinden könnte die Aktion auch bereits am 4. Adventwochenende oder auch noch vor Weihnachten. Je nach Anzahl der Ortschaften dürfte dies auch einen beträchtlichen Aufwand für die Polizei bedeuten. Ob diese gegebenenfalls entlastet werden soll, etwa durch die Mobilisierung ehemaliger Angehöriger der Grenztruppen der NVA – in der Bewachung von Sperrelementen und der Verhinderung von „Grenzverletzungen“ sind diese immerhin bestens geschult – ist nicht bekannt.