Der harte Lockdown im Osten Österreichs bleibt aufrecht und wird um eine Woche bis zum 18. April verlängert. Handel, Schulen, körperliche Dienstleister und Museen bleiben weiter geschlossen.

Nach der Ankündigung am 11. April über das weitere Vorgehen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland beraten zu wollen, wurde von der Regierung nun der harte Lockdown, euphemistisch bisher als „Osterruhe“ bezeichnet, verlängert. Bis zum 18. April bleiben nun die Bürger in den drei Bundesländern weiter eingesperrt. Bei der Verlängerung konnte die Regierung auch auf die Landespolitik hoffen. Schon vor den angesetzten Gesprächen preschte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig vor. Der SPÖler forderte „mit ganzer Entschlossenheit“ eine Fortsetzung der Maßnahmen und kündigte sogar einen Wiener Alleingang an, sollte die Regierung wider erwarten ein Ende der Maßnahmen ins Auge fassen.

Niederösterreich und Burgenland auch für Verlängerung

Dabei stand Ludwig allerdings nicht allein da. Sein Parteigenosse und burgenländischer Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erklärte sich in bester Sozen-Manier solidarisch und befürwortete ebenfalls eine Verlängerung. Auch aus Niederösterreich ließ Frau Landeshauptmann Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ausrichten, dass „eine gemeinsame Vorgehensweise“ auch „eine Frage der Sicherheit“ der Bevölkerung sei.

Während im Osten Einigkeit darüber herrschte, die Bevölkerung weiterhin einzusperren, wurde eine einheitliche Linie in ganz Österreich von den anderen Bundesländern abgelehnt, dort würden die derzeitigen Maßnahmen ausreichen, ließ man wissen. Also bleiben die Bürger im Westen von 24-Stunden-Ausgangssperren oder Maskenpflicht im Freien vorerst verschont. Für einige Bezirke, wie zuletzt auch Braunau, gilt allerdings eine Ausreise-Testpflicht – Wochenblick berichtete.

Wieder einmal „Licht am Ende des Tunnels“…

Anders als Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) – der zwar wieder krankheitsbedingt fehlte – aber bundeseinheitlichen Regelungen den Vorzug gab, hielt Bundeskanzler Sebastian Kurz an dem derzeitigen regionalen Konzept fest. Zudem versprach der Kanzler wieder „Licht am Ende des Tunnels“. Er stellte Lockerungen Anfang Mai in Aussicht und ebenso die Gründung einer „Öffnungskommission“, die über Öffnungsschritte für Kultur, Sport, Tourismus und Gastronomie beraten soll.

Davon zeigte sich Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer erfreut, sei dies doch eine Perspektive für die vom Lockdown betroffenen Branchen. Ob die Ankündigung des Kanzlers hält und was am Ende dabei rauskommt ist natürlich noch ungewiss, aber es bleibt die kleine Hoffnung, dass die „Osterruhe“ nicht nahtlos in eine „Weihnachtsruhe“ übergeht.

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