Seit Mittwoch gilt für Wiener Neustadt Abschottung. Wer nicht getestet ist, darf die Stadt nicht verlassen. Dafür sollen allerdings, wie auch in anderen österreichischen Orten und Bezirken, die bereits auf Wunsch von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) abgeriegelt wurden, die Testmöglichkeiten ausgweitet werden. Die mangelnde Kommunikation des Ministers verunsicherte viele Bürger.

Nach Bad Hofgastein, Radstadt und Hermargor hatte es auch Wiener Neustadt erwischt. Klaus Schneeberger, ÖVP-Bürgermeister von Wiener Neustadt hatte bereits seit Tagen die Pläne Anschobers, über die Stadt einen lokalen Lockdown zu verhängen und Ausreisetests zu verlangen, scharf kritisiert. Ebenso deutliche Worte fand sein Kollege, der Wiener Neustädter Bürgermeisterstellvertreter und Sozialstadtrat Michael Schnedlitz. Er verurteilte die Abschottungspläne des Gesundheitsministers deutlich: „Die seit Tagen verbreitete Unsicherheit für Pendler, Bürger, Schüler und Studenten, aber auch für die gesamte Bevölkerung ist aus meiner Sicht eine Frechheit, absolut unverständlich und wieder einmal eine reine Panikmache durch den Gesundheitsminister.“

Anschober soll endlich zurücktreten

Unklar war auch, was auf die niederösterreichische Stadt wirklich zukommt. Denn nach der Ankündigung auf einer Pressekonferenz, dass die Stadt abgeschottet wird, war wenig Konstruktives zu vernehmen. Vielmehr herrschte bei den Bürgern Unklarheit über das genaue Prozedere, aber die vielen Fragen blieben vorerst unbeantwortet. „Viele haben Fragen über Fragen. In unserer Stadt sind allein zigtausende Tagespendler betroffen“, so Schnedlitz, der Anschober vorwarf, mit seiner Pressekonferenz für unglaubliches Chaos gesorgt zu haben. Aufgrund der Verunsicherung von zigtausenden Bürgern forderte Schnedlitz den Gesundheitsminister auf, endlich zurückzutreten. „Diese Vorgehensweise ist einfach nur mehr eine Schweinerei!“, betonte der Feiheitliche.

Frage der Inzidenz

Aber auch noch ein anderer Punkt sorgt für Empörung. Denn im Erlass für Wiener Neustadt steht, dass die Maßnahme für 10 Tage gelte und die Stadt danach bei einer Inzidenz von unter 200 sein müsse. „Es muss gelten was für alle Bezirke gilt. Wenn wir unter die Inzidenz von 400 sind, müssen diese Maßnahmen enden“, empört sich Bürgermeister Schneeberger , der sonst die Bundesregierung bitten will, dass die Bevölkerung durchgeimpft wird – wenn das vielleicht nicht sogar der Plan der türkis-grünen Regierung war, denn auch aus der Tiroler Gemeinde Schwaz wurde ja schon ein Impfprojekt gemacht.