An kaum einem Ort der Welt ist die Drogenproblematik so groß, wie in den USA. So wurde im Vorjahr ein Höchststand von 72.000 Drogentoten ermittelt. Durch die Corona-Maßnahmen soll die Morphinkrise in den USA noch verstärkt werden. Experten gehen von einer weiteren Erhöhung der Todeszahlen aus. Bereits seit den 1990ern soll sich die Drogen-Epidemie in den USA ausbreiten.

In den USA sterben mehr Menschen an Drogen-Überdosen als an Autounfällen. Experten machen dafür neben der grassierenden Kokain- und Methamphetamin-Sucht auch einen Boom für die Schwarzmarktdroge Fentanyl verantwortlich. Durch die Corona-Maßnahmen und die damit einhergehende erhöhte Arbeits- und Obdachlosigkeit habe sich die Situation 2020 bereits wesentlich verschlechtert. So sei ein Anstieg 13% für dieses Jahr zu erwarten.

Trump griff durch

Präsident Donald Trump sagte der Drogen-Epidemie zuvor den Kampf an. So baute er die staatlichen Suchthilfen aus und führte Restriktionen der Betäubungsmittel ein. Für die Bundesstaaten wurden mehrere Milliarden Dollar seitens der Trump-Administration zur Errichtung von Therapieeinrichtungen bereitgestellt.
Damit konnte 2018 in den USA erstmals ein leichter Rückgang der Drogentoten erreicht werden. Corona mache diesem Erfolg einen Strich durch die Rechnung. Die USA verbrauchen 80% des weltweiten Morphinaufkommens.

Konsum stagnierte in Österreich

In Österreich unterliegen Betäubungsmittel wesentlich strengeren Verschreibungskriterien. Viele abhängig machende Medikamente sind in Österreich und der EU grundsätzlich verboten, die in den USA verschrieben oder gar im Drogeriemarkt gekauft werden können. Forscher untersuchen jährlich Österreichs große Abwasser und führen Tests durch, um den Drogenkonsum einschätzen zu können.
Im vergangenen Jahr konnte dabei eine Stagnation in Österreich festgestellt werden, von einer Drogenepidemie sind wir weit entfernt. Die Forscher fanden außerdem heraus, dass in Österreich ein starkes Ost-West-Gefälle im Konsumverhalten vorzuliegen scheint. So sei im Westen der Kokainkonsum stärker, während im Osten Amphetamine auf dem Vormarsch seien. Wie sich die Corona-Krise auf die heimische Drogensituation auswirkt, ist noch ungewiss.