Nachdem eine südafrikanische Variante des Corona-Virus in Tirol aufgetaucht sein soll, stand seit Tagen die Abschottung des Bundeslandes im Raum. Im Zuge einer Pressekonferenz legten Bundeskanzler Sebastian Kurz , Gesundheitsminister Rudolf Anschober und Innenminister Karl Nehammer nun endlich dar, wie zukünftig mit den Tirolern umgegangen wird. 

Das Zentrum des Virus sei der Bezirk Schwaz. Die Regierung setze nun alles daran, die Verbreitung der südafrikanischen Variante zu unterbinden. Das sei wichtig, erklärte Bundeskanzler Sebastian Kurz, weil beispielsweise der Astra Zeneca-Impfstoff keine Wirkung gegen die Mutation entfalte.

Ausreise nur noch mit Tests möglich

Das österreichische Bundesheer rücke nun an um Massentestungen in Tirol durchführen. Ab Freitag werden Fahrten aus Tirol nur noch mit einem verpflichtenden, negativen Testergebnis möglich sein. Der Test darf dabei nicht älter als 48 Stunden sein. Anschober setze gezielt auf das „Contact-Tracing“, um die Mutation einzudämmen, die sich derzeit vor allem im Bezirk Schwaz verbreite.Eine Ausnahme stellt dabei Osttirol dar, denn die Region sei nicht von der Mutation betroffen. Dafür werden die Osttiroler ihre Landeshauptstadt zukünftig nur noch schwer erreichen können.

Kurz spielte Tourismus-Karte aus

Das Verhältnis zwischen Tirol und Wien ist angespannt. Bundeskanzler Kurz verwies im Zuge der Pressekonferenz darauf, dass die verschärften Maßnahmen mit dem Tiroler Landeshauptmann Günther Platter abgesprochen seien. Eine Ausbreitung des Virus würde den Tourismus nachhaltig schädigen, argumentierte Kurz, offenbar um die harten Maßnahmen für das Tourismusland attraktiv zu machen. Eine großer Teil der Europäer werde mit Astra Zeneca geimpft und würde bei einer weiteren Ausbreitung der südafrikanischen Corona-Variante nicht mehr nach Tirol einreisen können, mahnte Kurz.

Laut Anschober angeblich höheres Infektionsrisiko

Die neuen, britischen und südafrikanischen Mutationen würden den klassischen Virusstamm verdrängen, erklärte Anschober im Zuge der Pressekonferenz, weil sie stärker seien. Das Infektionsrisiko sei „um ein Drittel oder mehr größer“, als bei den bisherigen Varianten. Auf einen Verweis auf wissenschaftliche Studien, aus denen das hervorgehe, verzichtete der Gesundheitsminister dabei.

Hotelchefin: „Sperrt uns ein, dann sperren wir auf!“

Für Aufsehen sorgte in den letzten Tagen die Video-Wutrede einer Tiroler Hotelchefin. Sie kündigte an, dass die Tiroler alles aufsperren würden, wenn man sie einsperre. Mittlerweile ist das Video auf Facebook aufgrund der neuen Zensur-Richtlinien entfernt worden.

Sonja Sofie Ultsch vom Hotel „Schwarzer Adler“ in Innsbruck erklärte in ihrem Video:Wir sind die einzigen Schlimmen. Auf der ganzen Welt mutiert das Virus, aber bei uns ist es natürlich viel schlimmer. Weil wir haben schon die linke Backe für Ischgl hergehalten, jetzt halten wir natürlich auch die rechte hin. Aber eigentlich ist es uns langsam wurscht. Mir reichts! Ich sag ganz ehrlich: Sollns uns doch einsperren! Nachher machen wir aber alles auf! Dann machen wir die Bars auf, die Restaurants, dann machen wir Party, weil wir sind eh schon durchseucht. Mir reichts wirklich langsam! Was wollen sie denn von uns?“

Ob die Tiroler dem Aufruf folgen, wird sich zeigen. Einsperren wird sie die Regierung auf jeden Fall. Denn sonst könnte sie die Kontrolle der Ein- und Ausreise mit negativen Tests nicht gewährleisten.