Corona-Räuber

Der Anblick maskierter Menschen ist mittlerweile zum Alltag geworden. Deutschlandweit häufen sich nun Polizeimeldungen zu sogenannten Corona-Räubern: Immer mehr Überfälle werden von Tätern begangen, die ihr Gesicht unter Schutzmasken verbergen. Dank der Maskenpflicht halten Kassierer die Räuber zunächst für normale Kunden und realisieren die Gefahr erst, wenn es zu spät ist.

In Berlin Weißensee haben beispielsweise am Abend des 31. März drei mit Mundschutzmasken ausgestattete Unbekannte eine Tankstelle überfallen. Die 63-jährige Angestellte öffnete die Kasse, da einer der Täter vorgab, einen Schokoladenriegel kaufen zu wollen – doch dann zog ein anderer Maskierter einen säbelartigen Gegenstand und schlug nach der Frau. Während es ihr gelang, zurückzuweichen, kamen zwei der Männer hinter den Tresen, um die Kasse auszuräumen. Die drei Täter flohen. Die Angestellte blieb leicht verletzt zurück und alarmierte die Polizei.

Verbrecher nutzen Corona-Krise aus

Ähnliche Verbrechen trugen sich auch andernorts zu. Bei allen Überfällen trugen die Täter Einmalhandschuhe und Mundschutz und wurden von den Kassierern zunächst für harmlose Kundschaft gehalten – bis sie sich als ruchlose Räuber entpuppten.
So kam es in Braunschweig am 20. April zu einem Raubüberfall in einem Juweliergeschäft, bei dem Schmuck und Bargeld im Wert von 200.000 Euro erbeutet wurden. Die beiden Täter klopften an die Tür des Geschäfts. Als der Ehemann der Inhaberin ihnen arglos öffnete, drängten sie ihn in den Laden und bedrohten ihn mit einer Pistole.
In Essen überfielen am 2. Mai zwei maskierte Männer kurz vor Ladenschluss einen Supermarkt. Auch sie bedrohten das Personal mit einer Waffe.

Aufgrund der Maskenpflicht haben Täter zur Zeit leichtes Spiel. Auch die Fahndungen gestalten sich entsprechend schwierig.