Besorgte Eltern richteten am 2. Dezember folgenden offenen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz, Bildungsminister Dr. Heinz Faßmann und Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Und dieser hat es in sich: Schonungslos stellen sie die Regierung aus Sorge um unsere Kinder zur Rede. Sie fordern Kurz und Co. zu einer evidenzbasierten, wissenschaftlich fundierten Politik auf und wollen Antworten. Bereits 1.200 aufgebrachte Bürger unterzeichneten den offenen Brief.

Sie sind verärgert: Obwohl eine Stellungnahme bis 15. Dezember eingeräumt wurde, erhielten sie bis heute keine Antwort. Sie wandten sich an den Wochenblick mit der Bitte, den Brief zu veröffentlichen.

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Bildungsminister, sehr geehrter Herr Gesundheitsminister!

Wir sind besorgte Menschen, denen das Wohl unserer Kinder und damit unsere Zukunft sehr am Herzen liegen und schreiben diesen Brief, weil es, im Gegenzug zu anderen Bevölkerungsgruppen, keine Lobby für sie gibt. Wir haben uns zusammengefunden, weil wir nicht damit einverstanden sind, dass Kinder Gegenstand unverhältnismäßiger Infektionsschutzmaßnahmen sind, die auf keinerlei empirischer Evidenz basieren.

Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen, weder rechtlich, physisch, noch psychisch, und aus diesem Grund besonders schützenswert!

Kinder zu schützen, bedeutet, sie möglichst vor Schaden zu bewahren. Das passiert hier in Österreich jedoch gerade in keinerlei Hinsicht. Kinder und Jugendliche werden ohne wissenschaftlich haltbare Begründung dazu gezwungen, Masken zu tragen, die ihre Atmung behindern, sie sollen Abstände einhalten und ihre physischen und sozialen Bedürfnisse für den Großteil des Tages auf ein Minimum begrenzen. Das ist Kindeswohlgefährdung!

Die wichtigste Frage, die sich in diesem Zusammenhang für uns stellt, ist die Frage, auf welchen wissenschaftlichen Grundlagen beruhen sämtliche getroffenen Maßnahmen? Wo werden diese vollumfänglich transparent gemacht (Auftraggeber der Studie, Durchführung, wer hat diese finanziert?).

Fand eine Risikobewertung statt, die die negativen Auswirkungen durch die Maskenpflicht in ein Verhältnis zur Gefahr durch das Virus betrachtete? Wenn ja, wer hat diese Risikobewertung vorgenommen? Ebenfalls wenn ja, wurde diese Risikobewertung interdisziplinär vorgenommen? Bitte teilen Sie uns die Ergebnisse vollumfänglich mit und bitte auch, wer sie bezahlt hat!

Was die aktuellen Schulschließungen betrifft, so hat uns der Grazer Arzt und Public Health Experte Dr. Martin Sprenger eine Stellungnahme übermittelt:

„Es ist unbestritten, dass Bildung eine der wichtigsten Determinanten für unsere Gesundheit ist. Internationale Studien zeigen, dass Schulschließungen die Bildungsungleichheiten vergrößern. Zirka 20 bis 30 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Österreich, inklusive Gesundheits- und Sozialbereich, erfüllen Kinderbetreuungsaufgaben. Eine ökonomische Kostenschätzung kam zu dem Ergebnis, dass eine Schulschließung von acht Wochen während einer Influenza-Epidemie zu Verlusten in der Höhe von 3 Prozent des BIP führen kann. Das ist ein Viertel der gesamten österreichischen Gesundheitsausgaben. Eine aktuelle amerikanische Studie kam zu dem Ergebnis, dass Schulschließungen die Lebenserwartung von Kindern ungünstig beeinflussen. Die positiven Effekte auf das Infektionsgeschehen können niemals die oben angeführten negativen Effekte aufwiegen. Deshalb sind Schulschließungen niemals verhältnismäßig, auch nicht in Österreich.“

Aus diesem Grund fordern wir die Wiederöffnung aller Schulen, Kindergärten sowie Betreuungseinrichtungen, und zwar nur mit Maßnahmen, die wissenschaftlich fundiert, nachvollziehbar, transparent und die ständig wissenschaftlich begleitet und auf ihre Wirksamkeit kontrolliert und überprüft werden!

Abschließend möchten wir nochmals darauf hinweisen, dass wir allgemein und besonders auf das Kindeswohl bezogen die demokratischen Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit, der Rechenschafts-und Sorgfaltspflicht der politischen Entscheidungsträger, der Verhältnismäßigkeit und vor allem der Transparenz nicht gewährleistet sehen!

In Erwartung Ihrer Stellungnahme bis längstens 15. Dezember an
[email protected] verbleiben wir mit freundlichen Grüßen, im Namen aller Unterzeichnenden