Hubert Eggner ist für unsere Redaktion mehr als „nur“ ein treuer Leser. Er ist Teil der Wochenblick-Familie und verteilt unsere Zeitung jede Woche in Linz. Der erfahrene Ski-Guide ist nun selbst von der Corona-Krise betroffen, befindet sich in diesen Stunden in häuslicher Quarantäne. Die unglaublichen Hintergründe und wie es ihm jetzt geht, hat er uns am Telefon geschildert.

Ein Interview geführt von René Rabeder

Wochenblick: Vorweg, wie geht´s? Hast du dich mit dem Virus infiziert? Was ist passiert?
Hubert Eggner: Nein, ich bin zum Glück negativ, meine Frau und ich dürfen aber bis Samstag weiterhin das Haus nicht verlassen. Wir waren Ende Februar mit einer Reisegruppe von 25 Leuten in Südtirol unterwegs. Mindestens einer unserer Gruppe hat sich mit dem Coronavirus infiziert und jetzt sind wir eben alle in Quarantäne.

Gab es Ende Februar nicht schon Fälle dort? Warum seid ihr da überhaupt gefahren?
Zu der Zeit war unser grüner Gesundheitsminister (Rudolf) Anschober gerade selbst in Rom unterwegs. In der ZiB im ORF hat er dann auch noch verkündet, dass Südtirol völlig sicher sei. Weil er das gesagt hat, konnten wir nicht einmal stornieren, hätten alles selbst bezahlen müssen. Ich habe dann aber vor Abfahrt extra selbst nochmal mit der AGES („Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH“, Anm. d. Red.) in Wien telefoniert. Die Dame dort hat wörtlich zu mir gesagt: „Ach, fahren Sie ruhig. Anstecken können Sie sich überall. Schließlich sind ja die Grenzen offen!“

Wie war dann die Situation vor Ort? Wo hat sich der Mitreisende dann angesteckt?
Es war sehr ruhig natürlich und vom Wetter her eigentlich ein Traum. Zudem war so wenig los, so schnell war ich noch nie mit einer Gruppe auf einem 3.000er (lacht). Aber ein paar Bekannte habe ich trotzdem getroffen. Einige andere Linzer Reisegruppen waren auch dort. Klar, die Regierung hat ja gesagt, es passt alles. Ich habe der Reisegruppe dort natürlich immer wieder Anweisungen gegeben, wie sie sich zu verhalten hatten. Nichts berühren, Hände häufig waschen und desinfizieren. Aber leider hat sich einer dann doch irgendwo infiziert. Wo und wie kann man nicht sagen. Er saß im Bus bei der Heimreise genau hinter mir.

Anstecken können Sie sich überall. Schließlich sind ja die Grenzen offen

Ihr seid dann zuhause alle getestet worden? Wie kann man sich sowas eigentlich vorstellen?
Nein, nicht alle. Meine Frau wurde zum Beispiel nicht getestet, nur ich. Die Begründung war, dass sie sowieso auch krank sei, wenn ich mich angesteckt hätte. Wir mussten ziemlich lange warten, bis überhaupt jemand gekommen ist. Irgendwann hat es dann um 22.00 Uhr an der Tür geklingelt. Da standen ein Mann mit Mundschutz und zwei Sanitäter vor der Türe. Ich habe gesagt, sie sollen reinkommen, aber der Arzt wollte nicht. Wir haben den Test im Freien vor der Haustüre gemacht. Ich solle viel trinken, haben sie mir noch gesagt, weil das Virus im Rachen sitzt. Zum Glück war mein Test negativ. Aber ich bin sauer auf die Bundesregierung. Die haben viel zu spät reagiert und völlig versagt. Ich habe das Gefühl, die Leute sind denen eigentlich völlig egal.