Die meisten Lehrer und Direktionen haben von der Maßnahme aus den Medien erfahren. Bis Mittag gab es dem Vernehmen nach kein offizielles Schreiben des Bildungsministeriums oder der Landesbehörden. In gewohnte ÖVP-PR-Manier verlautbarte man die Schulschließungen vorab per Pressekonferenz, ohne Betroffene zu informieren. Schockierend: Gleichzeitig stellte der ORF Eltern aus einkommensschwachen Familien unter Generalverdacht.

Ein Kommentar von Willi Huber

Eltern verzweifeln schön langsam. Neben absurden Stundenplänen, die sich je nach „Kreativität“ der Schule auch wöchentlich ändern können, kann man sich nicht einmal auf das Corona-Ersatzprogramm, den Gruppenunterricht verlassen. Via Pressekonferenz verlautbarte Landeshauptmann Stelzer (ÖVP), dass in fünf Bezirken die Schulen für eine Woche komplett geschlossen werden. Der Schritt würde in Absprache mit dem Gesundheitsministerium unter Rudolf Anschober (Grüne) gesetzt. Ausbaden dürfen dies ein weiteres Mal die Lehrer und Eltern.

Christliche Großfamilien wären schuld

Schuld an ansteigenden Infektionszahlen wäre übrigens eine „Freie Christengemeinde“ in Linz. Dieser angebliche Seuchenherd wird neckisch verklausuliert von der APA auch mit „religiöse Großfamilien“ umschrieben. Nun kann zur Freude mancher Journaille auch dieser, aus ganz anderen Bereichen nicht ganz so positiv belegter Begriff, gegen Christen und Einheimische eingesetzt werden. Vienna.at wählte tatsächlich Religiöse Großfamilien als Infektionsherde“ als Zwischentitel.

Kindern Freude am Lernen und Spiel genommen

Die Schäden, die mit den willkürlichen Schulexperimenten angerichtet werden, sind wahrscheinlich nicht wieder gut zu machen. Viele der Kleinsten aus den Volksschulen waren sehr froh, nach der langen Lockdown Zeit ihre Freunde wieder sehen zu dürfen. Nun müssen sie wieder zuhause bleiben, sind von der Motivation ihrer jeweiligen Lehrer (von engagiert bis gleichgültig) abhängig, während die Eltern die Situation irgendwie mit dem Beruf in Einklang bringen müssen.  Schrecklich ist für viele auch, dass es kein großes, buntes Abschlussfest ihrer Schulzeit gibt. Der Abschied von ihren lieb gewonnenen Kameraden und Klassenlehrern muss ohne Zeremonie stattfinden. Auch die Zeugnisvergabe könnte mancherorts zu einem Schmierentheater ausarten. Im Internet gehen Fotos um, wo Abschlusszeugnisse mit einer Pizzaschaufel übergeben wurden.

Ansteckungsgefahr in Schulen minimal

Die Wissenschaft war vor kurzem noch in einem wilden Disput darüber, ob Kinder das Corona-Virus überhaupt von der Schule nach Hause bringen können. Der anerkannte Virologe Hendrik Streeck befand im Medium Stern, dass die Gefahr, sich Covid-19 über Kinder nach Hause zu holen „gering“ wäre. Mit Schulöffnungen hatte er ebenso kein Problem – es gäbe zahllose Erfahrungen aus dem Ausland zu diesem Thema. Der umstrittene Virologe Christian Drosten hingegen hatte in Deutschland möglicherweise einiges an Chaos ausgelöst. Ihm wirft man vor, mit seiner Lagebeurteilung für die übereilten Schulschließungen verantwortlich gewesen zu sein. Dort ist zu lesen: „Kaum jemand wollte die Schulen zumachen. Dann las Virologe Drosten einen 13 Jahre alten Aufsatz, und die Politik entschied sich um.“ Dort ist der Artikel leider kostenpflichtig. Eine Alternative kann hier nachgelesen werden. Ebenso interessant ist untenstehende Schilderung von Dr. Wolfgang Wodarg:

Generalverdacht für Familien

Absolut ungeheuerlich ist, dass an genau diesem Tag der ORF mit einem umfangreichen Artikel zu den innerfamiliären Folgen der behaupteten Pandemie und des Lockdowns aufwartet. Nein, es geht dort nicht darum, dass die Kinder von ihren Freunden getrennt zum Zuhausesitzen gezwungen wurden (obwohl wir das ja alles nur ganz falsch verstanden hatten). Es geht auch nicht darum, dass Lehrer den Lehrplan nicht durchbringen und verschiedene Studien nachhaltige Bildungsdefizite durch das Homeschooling festgestellt haben wollen. Es geht darum, die einheimischen Familien in bester neomarxistischer Tradition unter Generalverdacht zu stellen. Speziell in einkommensschwachen Familien würde die Gewalt ansteigen.

Kulturmarxismus der übelsten Art

„Schon im Lock-down“ habe die Gewalt zugenommen, behauptet die Einleitung. Diese Argumentation ist dahingehend haaresträubend, da linkstendenziöse Medien wochenlang durchdrehen würden, wenn man beispielsweise einer Einwanderer-Ethnie besondere Gewaltbereitschaft unterstellen würde. Einen besondern Beweis bringt man für die Behauptung nicht. „Fachleute“ hätten gesagt. Na dann. Tatsächlich lassen Marxisten keine Gelegenheit aus, um die Gesellschaft zu zersetzen und traditionelle Institutionen wie die Familie anzugreifen.