Der Wirtschaftsexperte Thomas Bachheimer gibt im Gespräch mit dem „Wochenblick“ eine exklusive Analyse zur Wirtschaftskrise und erklärt, warum diese zur „Neverending Story“ werden könnte, warum Corona das „Schweizermesser der Mächtigen“ ist und die Insolvenzwelle erst im Herbst kommt.

Ein Interview geführt von Bernadette Conrads

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„Wochenblick“:Was sind die wirtschaftlichen Folgen von Corona?

Thomas Bachheimer“: Vorweg: Alle tun so, als würde Corona die Wirtschaft verändern und machen das Virus für die jetzige Misere verantwortlich. Das stimmt einfach nicht. Ich habe meinen Lesern zu Silvester folgende Nachricht geschickt: „Die Anzeichen mehren sich, dass 2020 ein Jahr der Auflösung, mit damit verbundenen Anstrengungen für uns alle, werden könnte.“

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nichts von Corona, aber dass die Lunte brennt:
Die Banken standen vor dem Zusammenbruch, der politische Wille war auch nicht mehr da, dass die Zentralbanken eingreifen.

Die EU hatte mit BREXIT- und Budgetproblemen zu kämpfen, die geopolitische Nachkriegsordnung war am Sich-Auflösen. Die Verschuldungkrise 2008 wurde nie gelöst, sondern verstärkt, die Welt hatte 2019 40 Prozent mehr Schulden als 2008.

Nichts wurde repariert, die Krise wurde lediglich verschleppt. Ein natürliches Ende war absehbar, deshalb wurde Corona benützt, um das Ende künstlich einzuleiten und einen RESET zu orchestrieren.

Und wie geht es weiter?

Ich habe auch keine Kristallkugel, aber ein Blick in die Vergangenheit könnte helfen bzw. lässt nichts Gutes erahnen: 1929 hat man beispielsweise kurzfristig Gesetze geändert. 16.000 Banken mussten schließen – nur einige wenige vorab informierte „Freunde“ der Mächtigen sind übriggeblieben – vollste Marktkonzentration!

Könnten die zerstörerischen Corona-Maßnahmen nicht auch auf eine Konzentration auf ein paar große systemnahe „Freundes-Konzerne“ (Google, Tesla, Amazon, J. P. Morgan etc.) abzielen?

Es profitieren also die Großen?

Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, dass hier eine Gruppe globaler Entscheider mit dem Lockdown private Firmen ins Aus befördern will, um eine marxistisch-planwirtschaftliche Welt zu formieren, mit nur wenigen Konzernen, die übrig bleiben.

Denken Sie nur an die Schlagworte der Corona-Krise „Neue Normalität“, „New Green Deal“ etc. Viele private Firmen könnten vom Markt gewischt und durch sich dem Diktat anpassende Konzerne ersetzt werden.

Zentrale Planung, eigene bargeldlose Weltwährung sowie Konzentration anstatt Konkurrenz.Zentrale Planung und nicht Märkte könnten die Weltwirtschaft übernehmen – eine Horrorvision. Marxismus 2.0!

Wie meinen Sie das mit dem Marxismus?

Ich glaube, Corona ist das „Schweizermesser der Mächtigen“. Die P(l)andemie rechtfertigt alle Maßnahmen und ist die ideale Grundlage, um sämtliche Freiheiten einzuschränken, neue Gesetze zu erlassen und Verfassungen zu brechen.

Wir entwickeln uns zunehmend in Richtung einer Diktatur. Es ist haarsträubend, wenn Sebastian Kurz sagt, dass natürlich die Verfassung gebrochen wird, aber „bis der VfGH aktiv wird, sind die Gesetze eh wieder weg“.

Besonders beeindruckend, wie sehr alle Staatsführer an einem Strang ziehen, das hat’s bis dato noch nie gegeben – als ob sie allesamt den gleichen Chef hätten.

Was passiert jetzt an den Märkten?

Wir befinden uns in einer Art „Crack-up-boom“-Zeit. Alle flüchten in sogenannte Realwerte, weil sie dem Währungssystem misstrauen. Trotz der wirtschaftlichen Probleme steigen Aktien, Immobilien und auch Edelmetalle.

Gold notiert in fast allen Währungssystemen auf einem Allzeit­hoch – demnächst auch gegenüber dem Dollar – ein ungemütliches Vorzeichen.  14 Prozent aller deutschen Unternehmensanleihen (die besten Schuldner der Welt) werden bis 2021 notleidend.

Das lässt einen Kreditausfall der Normalschuldner von 30–40 Prozent erahnen, abermalige Bankenrettungen unausweichlich. Eine „Neverending Story“.

Welche Folgen hat das für Europa?

Europa konnte sich so gut als treibender Wirtschaftsraum etablieren, weil jeder nach seiner Fasson Wirtschaft betreiben konnte. Durch die zentralplanerische EU und vor allem durch den Euro konnten die einzelnen Regionen immer weniger ihre Talente ausspielen, durch die Gleichmacherei wurde ein historisch starkes Wirtschafts- und Innovationszentrum zerstört.

Durch Corona bzw. die EU-Wirtschaftsprogramme werden wir alle weiter verschuldet und die „Hilfen“ zur Wirtschaftskonzentration gefördert. Die individuellen Stärken der Europäer wurden somit vollends zerstört. Nicht umsonst wird der Wirtschaftsraum Europa schon seit Jahren nach unten durchgereicht und die echte Produktivität gen Asien verlagert.

Wann werden wir die Folgen spüren?

In Österreich wurden 50 Prozent der jährlichen Steuereinnahmen bereits als „Hilfen“ verschenkt. Ob diese Hilfen an den richtigen Stellen ankommen, ist ungewiss. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sie größtenteils nicht beim unabhängigen wirtschaftlichen Akteur, sondern ganz woanders landen – wie immer.

Die Folgen aus der Maßnahmenpolitik sind noch nicht seriös abschätzbar. Die Gerichte sind noch lange nicht im Normalbetrieb. Im Herbst, wenn der Amtsverkehr im Vollbetrieb ist, können wir die tatsächlich Folgen zum ersten Mal erahnen.

 

Thomas Bachheimer ist Europapräsident des Goldstandard-Instituts, Chefökonom der Goldvorsorge.at und Herausgeber von bachheimer.com. Er hat sein Leben entsprechend seines Mottos „thinking outside the box“ der Aufklärung über die geldpolitischen Verhältnisse verschrieben.
Sein wichtigstes Anliegen ist die Selbstbestimmung des Individuums in allen persönlichen, wirtschaftlichen und politischen Belangen.

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