Corona-Krise: Italien schließt Schulen und Universitäten

107 Todesopfer in Italien

Corona-Krise: Italien schließt Schulen und Universitäten

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Die italienische Regierung kündigte an, ab heute, Donnerstag, die Schulen und Universitäten des Landes wegen des Ausbruchs des Corona-Virus bis zum 15. März zu schließen. Behörden empfehlen zudem älteren Menschen, zu Hause zu bleiben. Generell solle man die Öffentlichkeit, überfüllte Orte und Händeschütteln vermeiden. Aktuell beklagt man in Italien 107 bestätigte Todesopfer. Die Zahl der Corona-Infizierten liegt aktuell bei 3.089 Fällen. In Österreich gibt es bisher 38 bestätigte Erkrankungsfälle.

Italien ist mittlerweile das vom Corona-Virus am stärksten betroffene Land außerhalb Asiens. Besonders betroffen sind die wohlhabenden nördlichen Regionen in der Lombardei (mit 1.520 Fällen), Venetien (307 Fälle) und Emilia-Romagna (420 Fälle). Der Virus hat sich bereits im ganzen Land verbreitet, nur eine der 20 Regionen Italiens, Valle D’Aosta, hat noch keinen Fall registriert.

Todesfälle: geschwächte und ältere Menschen

Wie Ärzte betonen, sind die Todesfälle bei Menschen aufgetreten, die bereits durch chronische Krankheiten, wie Nierenproblemen, Diabetes und Herzbeschwerden geschwächt waren. Viele Verstorbene waren in den 80ern und 90ern.

Um die Stadt Bergamo, nördlich von Mailand könnte ein neues Quarantänegebiet (rote Zone) entstehen, um den starken Anstieg der Fälle dort einzudämmen. Rote Zonen gibt es bereits in der Lombardei und in Venetien. Dort sind 11 Städte unter Quarantäne, Einwohner dürfen nicht abreisen. In den „gelben Zonen“ gibt es hingegen Bewegungsfreiheit.

Ärzte und Krankenschwestern werden aus Pension geholt

Weil Italiens Krankenhäuser, vor allem im Norden, an ihre Grenzen stoßen, werden Ärzte und Krankenschwestern aus dem Ruhestand geholt, um die Abschlusstermine für Krankenpflegeschüler zu beschleunigen. 10 Prozent der lombardischen Ärzte und Krankenschwestern sind nicht einsatzfähig, weil Corona infiziert und in Quarantäne. Laut Behörden könnte die Zahl der Virus-Infektionen in der Lombardei eine weitere Woche steigen werden, bevor die Eindämmungsmaßnahmen greifen.

In die Krankenhäuser in Lodi und Cremona kamen letzte Woche mehr Kranke, als man aufnehmen konnte. Die Notaufnahmen wurden geschlossen, Patienten an andere Ort gebracht. Die Intensivstationen im Norden können aber immer noch alle Fälle bewältigen. Etwa 9% der COVID-19 diagnostizierten Personen brauchen Intensivpflege.

Immer mehr Länder machen zu

China meldete jetzt auch Fälle, die aus Italien gekommen sind. US-Vizepräsident Mike Pence sagte, die USA prüfen alle Reisenden, die per Direktflügen aus Italien (sowie Südkorea) kommen. Die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air stellt ab 11. März einige Flüge, hauptsächlich nach Italien, ein. Mittlerweile müssen auch aus Österreich heimkehrende Israelis in eine 14-tägige Quarantäne.  Touristen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Spanien dürfen bis auf weiteres nicht einreisen. Israel zählt aktuell 15 Corona-Virus Fälle.

Ungarn setzte wegen der Corona-Gefahr für ein Monat, entgegen Protesten aus Brüssel, das Asylrecht aus. Dies vor allem wegen der Gefahr aus Iran, wo der Corona-Virus bereits viele Tote forderte. Viele Migranten kommen von dort, die illegal – auch über Ungarn – in die EU wollen.

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