Corona-Virus schränkt größte US-Militärübung in Europa ein

Manöver wird der „Lage angepasst“

Corona-Virus schränkt größte US-Militärübung in Europa ein

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„Defender Europe 20“, die größte Militär-Übung der US-Armee in Europa seit 25 Jahren, wird jetzt wegen des Corona-Virus „der Lage angepasst“. Die multi-nationale Übung läuft eigentlich bereits seit Jänner und wird im Juni abgeschlossen. 37.000 Soldaten aus 18 Nationen sollten insgesamt daran beteiligt sein. Offizieller Zweck der Übung: die Erhöhung der Einsatzbereitschaft und Förderung des Zusammenstehens der NATO-Verbündeten.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

Seit Jänner werden dazu 20.000 Soldaten und 20.000 Ausrüstungsteile von den USA nach Europa per Flugzeug und auf Schiffen in sechs europäische Länder, darunter auch Deutschland, gebracht. Zusätzlich gibt es vier Depots der US-Armee mit eingelagerten Ausrüstungsteilen in Belgien, Deutschland und den Niederlanden. 9.000 in Europa stationierte US-Soldaten werden ebenfalls an den Manövern teilnehmen.

Norwegen sagte Teilnahme ab

Die USA kündigte an, die Übung werde wegen der Corona-Krise „modifiziert“, indem die Zahl ihrer Soldaten bei “Defender Europe 20″ reduziert wird. „Der Gesundheitsschutz unserer Truppen, Alliierten und Partner hat höchste Bedeutung”, teilten die US-Streitkräfte mit. Das Manöver werde der Lage angepasst, heißt es aus der US-Europäischen Kommandozentrale.

„Defender Europe 20“ Übungen waren in Deutschland, Polen, Georgien und dem Baltikum mit insgesamt 37.000 Soldaten geplant. Am 11. März d.J. hat Norwegen den zentralen Teil der großen internationalen Militärübung “Cold Response” mit Tausenden Soldaten – auch aus Deutschland – wegen des Coronavirus abgesagt.

Kreuz und quer durch Deutschland und an Flughäfen

Die geplanten Militär-Konvoi-Routen sind insgesamt 4.000 Kilometer. Die Hauptrouten durch Deutschland führen von West nach Ost von Düsseldorf ausgehend. Von Nord nach Süd soll es von Bremerhaven über Hannover, Frankfurt bis Mannheim gehen. Rasträume für die Transporte sind in den militärischen Liegenschaften in Rheindahlen, Augustdorf, Burg, Lehnin, Oberlausitz, Garlstedt, Stadtallendorf und Frankenberg (Sachsen) sowie weiteren US-Liegenschaften in Deutschland vorgesehen. Weitere Manöver mit zugehörigen Verlegungen sind an den Flughäfen Bremen, Hamburg, Frankfurt am Main, München und Ramstein geplant. Nach Abschluss der Übungen, sollen Truppen und Material wieder zurück in die USA verlegt werden.

Vergangenen Donnerstag protestierten rund 100 Demonstranten am Airport Nürnberg gegen die Übungen. Sie zeigten Plakate mit “Frieden schaffen ohne Waffen”, “Kriegsspiele verhindern” und “Stoppt das Aufrüsten für den nächsten Krieg”.

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