Elfenbeinküsten-Bewohner zerstören Corona-Zentrum

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Wegen Angst vor Ansteckung:

Elfenbeinküsten-Bewohner zerstören Corona-Zentrum

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Aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus, rissen Bewohner an der Elfenbeinküste in der Hauptstadt Abijan ein in Bau befindliches Coronavirus-Zentrum mit bloßen Händen nieder. Es sollte im dicht besiedelten Bezirk Yopougon entstehen. Die Gesundheitsbehörde beschwichtigte: in den Zentren werden nicht Kranke behandelt sondern lediglich Tests und Beratung angeboten. Die Polizei schritt mit Tränengas ein. Der Bau wird fortgesetzt.

Eine Beitrag von Kornelia Kirchweger

Wollen kein Corona neben uns…

„Wir sind das Volk. Wir wollen das Corona-Virus hier nicht neben uns. Wir wollen dieses Zentrum hier nicht, weder morgen noch übermorgen“, riefen sie aufgebracht. Ein Video, das in den sozialen Medien kursiert, sieht man, wie die Menschen das Zentrum zerlegen und die Bauteile wütend auf den Boden schleudern. Die Polizei rückte mit Tränengas an. Per 7. April gab es an der Elfenbeinküste 323 bestätigte Corona-Infektionen und drei damit verbundene Todesfälle. Dennoch verschärfte die Regierung die Maßnahmen. Sie verhängte Ausgangsbeschränkungen und forderte die Menschen auf, Masken zu tragen.

Großes Misstrauen

Attacken auf „Gesundheitseinrichtungen“ sind in afrikanischen Ländern nicht selten. Ähnliches geschah im Zuge der Ebola-Krise in West- und Zentralafrika . Im Kongo wurde deshalb medizinisches Personal angegriffen. Es gibt hier viele – zum Teil berechtigte – Ängste und Vorurteile. Die Leute glauben vielfach nicht, dass man ihnen helfen will, sondern dass die Krankheit in die Dörfer gebracht werde. Unsensible Aussagen bestärken das: vorige Woche schlugen zwei französische Ärzte vor, eine bereits bestehende Tuberkulose-Impfung an Afrikanern zu testen, um zu sehen, ob es auch gegen das Corona-Virus wirke. Kein Wunder also, wenn Afrikaner befürchten, Versuchskaninchen für den Westen zu sein.

Viele Corona-Mythen

Bezüglich Corona laufen in Afrika schon einige Gerüchte: In Südafrika gab es per Video einen Aufruf, sich keinesfalls testen zu lassen, weil die Nasentupfer mit dem Virus kontaminiert seien. Der Video-Sprecher wurde festgenommen. Die Behörde stellte klar, dass diese Aussage unbegründet sei. Auch die Annahme, dass „schwarze Haut“ resistent gegen das Virus ist, geht um. Oder dass Pfeffersuppe und schwarzer Tee Heilmittel dagegen sind.

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