Fitnessstudio-Besitzer wegen Corona-Kritik im Kreuzfeuer der Behörden

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„Fitter Hirsch“: Werbung für Aufklärung

Fitnessstudio-Besitzer wegen Corona-Kritik im Kreuzfeuer der Behörden

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Für viele Unternehmer war die Corona-Zwangspolitik von Anfang an existenzbedrohend. Daniel Schreiber aus dem Bezirk Hartberg in der Steiermark ist einer von ihnen. Um sein Fitnessstudio „Fitter Hirsch“ vor dem Ruin zu bewahren, sah sich Schreiber früh gezwungen, gegen das Corona-Regime aufzustehen. Nun ist er seit eineinhalb Jahren mit Behördenschikanen konfrontiert. Vor allem seine Corona-Aufklärung auf seiner LED-Wall vor dem Fitnessstudio ist der Behörde ein Dorn im Auge. Wochenblick sprach mit dem mutigen Steirer.

Im Dezember 2021 nutzte Daniel Schreiber die Zeilen auf seiner LED-Wall, um auf einen Behördenvorfall aufmerksam zu machen, schildert der 42-Jährige: „Anfang Dezember 2021 erfuhr ich von meinem Freund Oliver Kirchsteiger, dass ein Behördenvertreter widerrechtlich in ein Vereinsgebäude eingedrungen war. In dem Verein befanden sich Eltern mit ihren Kindern, als dies geschah. Die Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren waren danach total eingeschüchtert. Ich habe meine LED-Wall benutzt, um auf diesen Vorfall aufmerksam zu machen. Deswegen werde ich nun vom Land Steiermark verklagt, der Streitwert liegt bereits bei rund 60.000 Euro. Die Krönung am Ganzen ist jedoch, dass mir Sprechverbot erteilt wurde. Ich darf über diesen Vorfall nicht mehr reden, bis das Verfahren abgeschlossen ist.“ Der betroffene Vater und Unternehmer Oliver Kirchsteiger ist völlig entsetzt: „Meine kleine Tochter war an diesem Tag auch im Verein. Wir sind dort mit Zweitwohnsitz gemeldet. Ein Behördenvertreter drang mit zwei Polizistinnen einfach in das Gebäude ein. Er schüchterte die Kinder ein und befragte sie alle einzeln. Uns sollte wohl eine illegale Schule angedichtet werden.“ Die Kinder seien eingeschüchtert und hätten den Vorfall längst noch nicht verarbeitet, so Kirchsteiger zu Wochenblick.

LED-Wand soll entfernt werden

Daniel Schreiber sieht mittlerweile seine Existenz bedroht: „Nun soll meine teure LED-Wall demontiert werden, weil ich mit meiner Corona-Aufklärung bei den Behördenvertretern offenbar einen Nerv getroffen habe. Ständig stellt man mir neue Schreiben zu, dass ich meine LED-Wall zu entfernen hätte. Ich habe mich bei der Errichtung durch ein Gutachten abgesichert.“ Dennoch werfe man dem Steirer vor, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Auch die widerrechtliche Errichtung der LED-Wall außerhalb des Ortsgebietes würde ihm vorgeworfen. Mit allen Mitteln würde man versuchen, die Wall entfernen zu können. Eine Nutzung für Werbekunden sei deshalb für Schreiber nicht möglich, wie er sagt: „Die LED-Wall habe ich im Sommer 2021 errichtet und damit hätte ich eigentlich durch Werbung zusätzliche Einnahmen generieren wollen. Durch die Corona-Zwangspolitik habe ich nämlich große finanzielle Einbußen.“ Aus diesem Plan wurde bis dato jedoch nichts, sagt der 42-jährige Unternehmer: „Ich weiß nicht, was sich die Behörde noch alles einfallen lässt. Deshalb nutze ich meine LED-Wall abwechselnd für Corona-Aufklärung und Werbung für mein eigenes Fitnessstudio.“ Die Corona-Aufklärung nutze Schreiber, um den Menschen die Angst zu nehmen. So bringt er auf seiner LED-Wall auch Hinweise auf alternative Medien – etwa für Wochenblick.

Fitness-Rebell seit Lockdown Nr. 1

Der 42-Jährige wurde bereits im ersten Lockdown als sogenannter Fitness-Rebell bekannt. Damals wollte er sein Fitnessstudio öffnen, nachdem von der Politik wochenlang kein Öffnungsdatum für Fitnessstudios bekannt gegeben wurde – Bordelle waren aber bereits wieder geöffnet. Daniel Schreibers mutiger Schritt hatte im Mai 2020 Polizei- und Medieneinsätze zur Folge – Vizekanzler Kogler gab schließlich ein Öffnungsdatum bekannt. Seit eineinhalb Jahren hat er nun mit Behördenschikanen zu kämpfen. Mittlerweile belaufen sich seine Strafen und Rechtsanwaltskosten auf Zehntausende Euro. „Mir wurden drei Strafen in der Höhe von jeweils 3300 Euro zugestellt, weil man während des zweiten Lockdowns Schatten in meinem Fitnessstudio gesehen hatte. Ohne zu prüfen, wer sich in meinem Fitnessstudio aufgehalten hatte, stellte die Behörde einfach Verwaltungsstrafen aus. Die ersten beiden Strafen habe ich beeinsprucht. Das half aber nichts.“ Einmal sei Schreiber selbst in seinem eigenen Fitnessstudio gewesen und einmal sei es sein Trainer, der auch als Tischler tätig ist, gewesen. Dieser habe ein Regal zusammengebaut. Diese beiden Verfahren seien eingestellt worden, nachdem der Verfassungsgerichtshof schließlich die erlassenen Betretungsverbote für das Jahr 2020 als verfassungswidrig eingestuft habe.

Drittes Verfahren läuft noch

Nun sei aber noch das dritte Betretungsverbot im Laufen. Die Entscheidung darüber stehe noch aus, wie der Fitnessstudiobesitzer erzählt: „Die dritte Betretung war im Frühjahr 2021 durch einen meiner Kunden. Wegen des langen Lockdowns von November 2020 bis Mai 2021 holte sich der Kunde seine privaten Sachen aus seinem Spind ab. Er räumte aus, holte sich aus dem Automaten ein Getränk und setzte sich noch kurz auf die Couch im Fitnessstudio. Beim Verlassen wartete schon die Polizei auf ihn. Er schilderte dem Polizisten gegenüber das genauso, dennoch bekamen er und ich jeweils eine Anzeige. Ich als Besitzer erhielt eine Strafe von 3300 Euro, er eine Strafe von rund 100 Euro. Dieses Verfahren habe ich immer wieder beeinsprucht, es zieht sich in die Länge und kostet mir mittlerweile knappe 6000 Euro.“ Im Falle eines Schuldspruches stünde die Rückzahlung der Corona-Förderungen im Raum. Für Daniel Schreiber steht jedenfalls fest, dass er sich nicht einschüchtern lässt.

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