Gründerin hat “falsche” Ansichten: Medienhetze gegen Bürger-Hilfsprojekt

Echte Zivilcourage wird nicht mehr geschätzt...

Gründerin hat “falsche” Ansichten: Medienhetze gegen Bürger-Hilfsprojekt

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In Südtirol gründete sich vor Kurzem die Initiative “Zomholten”. Dabei handelt es sich um ein unbürokratisches Hilfsprojekt von Südtiroler Bürgern für Südtiroler Bürger. Wer auch immer infolge der Corona-Maßnahmen unter die Räder geriet, dem wird geholfen. In kurzer Zeit traten über 20.000 Menschen der zugehörigen Facebook-Gruppe bei. Nach anfänglich wohlwollender Berichterstattung kippt das Ganze nun aber wieder in die Vernaderung. 

Taten statt Worte – dieses Leitbild hefteten sich die Initiatoren Angelika Kaufmann und Michael Lageder ans Revers. Wer etwa seine Strom- oder Arztrechnung oder sogar seinen Lebensmitteleinkauf nicht zahlen kann, der kann sich über den Messenger an die Gruppe wenden – und die hilfsbereiten Südtiroler begleichen die Rechnung. An sogenannten Hotspots kann man Lebensmitteleinkäufe und dergleichen abgeben – und die Notleidenden können sie dort abholen.  Eine echte Form der Zivilcourage und Nächstenliebe also. Kaufmann erwähnt als Motivation, dass sie Not am eigenen Leib erlebt habe und andere Menschen davor bewahren möchte. 

Weil sie Patriotin ist: Gründerin unter medialem Beschuss

Die Idee verbreitete sich wie ein Lauffeuer und immer mehr Südtiroler finden die Initiative der mutigen Frau und ihres Mitstreiters toll. Anfangs gilt dies auch für die Leitmedien – zumindest eine Weile lang. Dann finden Rechercheure die persönlichen politischen Ansichten der Frau heraus – und es ergießt sich mediale Hetze über sie. Die “Neue Südtiroler Tageszeitung” preschte am Mittwoch unter dem Titel “Wie seriös ist diese Frau?” vor und nahm den privaten Hintergrund der Frau auseinander.

Als problematisch stufen sie nun ein, dass Kaufmann offenbar begeisterte Anhängerin des patriotischen Lega-Chefs Matteo Salvini ist, teilweise an dessen Kundgebungen teilnahm. Sie sorgt sich auch um die Sicherheit im Land und startete im Dezember 2019 eine Initiative gegen Ausländergewalt, nachdem sich Übergriffe auf Einheimische durch Migranten häuften. Das Portal “salto.bz” unterstellt ihr “offene Ausländerfeindlichkeit”.

Vorwurf: Hilfe angeblich nur für Einheimische

Schnell versucht man dieses Narrativ mit angeblichen Indizien zu untermauern. Man bemängelt, dass die Gruppe den Zusatz “von Südtirolern für Südtiroler” trage. In der Gruppe würde angeblich von den Mitgliedern schnell klargestellt, dass es sich um ein Hilfsprojekt “für Einheimische aller Sprachgruppen” – also Deutsche, Ladiner und Italiener – handle, nicht aber für Ausländer. Angeblich würden diese weggeschickt. Wer dies offen in der Gruppe anspreche, fliege wieder raus. Wirklich belegt wird dieser Vorwurf übrigens nicht – irgendwas wird schon picken bleiben.

Mittlerweile reagierte Mitinitiator Michael Lageder in einer Videobotschaft auf die schweren Anwürfe. Wenn er Kommentare lösche oder Personen wieder entferne, geschehe dies vor allem wenn Personen das Thema zu politisieren versuchten. Es handle sich aber um keine politische Gruppe, er halte das für Fehl am Platz. Gegen die Vorwürfe, dass Personen mit Migrationshintergrund nicht geholfen werde, spricht laut RAI übrigens, dass an einigen Hotspots sehr wohl Ausländern in Not  geholfen wird.

Mair: Medienhetze ist “fatales Signal” für Hilfsbereitschaft

Kein Verständnis für die offenen Angriffe auf die Initiative aus der Mitte des Volkes hat auch die freiheitliche Landtagsabgeordnete Ulli Mair. Denn: “Wenn Menschen in einer Zeit der Not und der großen Unsicherheit Hilfsprojekte starten und Zivilcourage zeigen, dann hat dies Vorbildfunktion und gehört nicht durch den Dreck gezogen.” Sie findet es weiters “nicht in Ordnung”, dass die Initiatorin wegen allfälliger persönlicher Meinungen “öffentlich in den Medien zerrissen” werde.

Es sei “unverständlich und erschreckend”, wenn man in Notzeiten nicht gute Werke würdige, sondern nach deren Fehlern suche. Dies sei ein “fatales Signal” für alle Menschen, die sich öffentlich engagieren wollten. Unter Beschuss käme das Projekt ausgerechnet aus einer Richtung, die sich sonst gegen Vorurteile ausspreche – gemeint ist damit wohl die linksgerichtete Battlinie der beiden beteiligten Medien.

Anstatt Energien in “Kleinkriege und mediale Schlammschlachten” zu stecken, sollte man nun tatsächlich zusammenhalten und Menschen helfen, die unverschuldet in einer Misere stecken. Dafür brauche es nicht immer eine Zettelwirtschaft, auch das gefällt ihr am Projekt. Ihre eigene Geldspende tätigte sich auch vor dem Hintergrund, dass der Motorradclub “Red Lions” aus Meran das Projekt “Zomholten” unterstützt. Dort habe man bereits in der Vergangenheit oft Solidarität gegenüber Notleidenden gezeigt.

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