Im Sold der Pharmaindustrie: So eng verflochten ist der “Covid-19-Beraterstab”

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Die Pharmaindustrie und Österreichs Experten - Teil 2

Im Sold der Pharmaindustrie: So eng verflochten ist der “Covid-19-Beraterstab”

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Inhalt

Neben den Mitgliedern des Nationalen Impfgremiums und der Expertenkommission zur Bewertung der Impfpflicht sitzen auch im “Covid-19-Beraterstab” Regierungsexperten, die bedenklich eng mit der Pharmaindustrie vernetzt sind. Auch hier sind massive Interessenkonflikte zu vermuten. Und wieder taucht ein Firmenname besonders häufig auf: Pfizer!

Da der Beraterstab insgesamt 23 Mitglieder hat und die Liste der Pharma-Verbindungen nicht gerade kurz ist, wird Wochenblick zu den Verstrickungen dieses Beratergremiums zeitnah noch einen weiteren Bericht veröffentlichen. Zum Bericht über die möglichen Interessenkonflikte der Expertenkommission zur Bewertung der Impfpflicht geht es hier. Über die dubiosen Verstrickungen der Mitglieder des Nationalen Impfgremiums hat Wochenblick hier berichtet.

Der „Covid-19-Beraterstab“

Der Vorsitzende des “Covid-19-Beraterstabes” ist Michael Binder, Vizevorsitzende sind Elisabeth Puchhammer-Stöckl und Susanne Rabady. Innerhalb dieses Fachausschusses wurden drei Arbeitsgruppen gegründet, die verschiedene Themenkomplexe rund um Corona behandeln. So gibt es ein „COVID-19 Therapieboard“, eine Arbeitsgruppe zu „Long COVID“ und die Arbeitsgruppe „ad hoc Think Tank“. Die Arbeitsgruppen setzen sich jeweils aus unterschiedlichen Mitgliedern des Beraterstabes zusammen.

Vorsitzender Binder steht auf AstraZeneca

Der SPÖ-nahe Mediziner und Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes, Michael Binder, ist Vorsitzender des Covid-19-Beraterstabs. Auf der Webseite des Gesundheitsverbundes erklärte er die Wirkweise des Vektorimpfstoffes von AstraZeneca. Er sprach sich wiederholt für den nebenwirkunsreichen Impfstoff aus, der in manchen Ländern, wie etwa Norwegen, sogar verboten wurde.

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Burgmann, Thalhammer und Presterl im Sold von Pfizer, AstraZeneca & Co.

Der Leiter der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin an der Universitätsklinik für Innere Medizin, Heinz Burgmann, ist auch Leiter der Impfberatungsambulanz für Immunsupprimierte und Mitglied der Ethikkommission der Medizinischen Universität Wien. Weiters ist er wissenschaftlicher Experte der European Medicines Agency (EMA). Er hielt Vorträge für Pfizer, Novartis, MSD, DiaSorin und AstroPharma. Für MSD ist er außerdem als Berater tätig. Im Jahr 2005 hielt er einen Vortrag am ASDI Infektions-Meeting, das von Pfizer gesponsert wurde.

2014 wurde ein gemeinsamer Vortrag mit Florian Thalhammer und Elisabeth Presterl bei der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie von Astellas Pharma, AstraZeneca, Astro-Pharma, bioMerieux Austria, Pfizer Corporation Austria und der Sandoz GmbH gesponsert. Auch die Jahrestagung 2019 wurde u.a. von AstraZeneca und Pfizer ausgelegt. 2021 war Burgmann Teilnehmer und Referent an der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin, die u.a. von den Pharma-Riesen AstraZeneca und Pfizer finanziert wurde.

Thomas Czypionka und Pfizer

Der Leiter der Forschungsgruppe Gesundheitsökonomie und -politik am Institut für höhere Studien Wien (IHS), Thomas Czypionka, ist ein ausgesprochener Befürworter der PCR-Massentests. 2008 wurde eine Studie, an der er mitwirkte (Volkswirtschaftliche Effekte des Rauchens Eine ökonomische Analyse für Österreich) von Pfizer Austria bezahlt.

2021 wirkte er mit an einer wissenschaftlichen Publikation, deren Co-Autor Philippe Beutels von Pfizer bezahlt wurde. Ebenfalls 2021 arbeitete er an einer Publikation mit, deren Co-Autor, Christos Lionis, von Pfizer finanziert wurde und im Beirat für Pfizer Helas und Vianex SA sitzt: “The benefits, costs and feasibility of a low incidence COVID-19 strategy“.

2022 wirkte Czypionka als Co-Autor vonEurope must come together to confront omicron“ mit. Einer der Autoren des Papers wurde von AbbVie, Gilead Sciences, MSD, Intercept, Janssen, NovoVax gesponsert. Czypionka gilt außerdem als Befürworter der Datenerfassung im Gesundheitsbereich – natürlich nur zu unserem Besten.

Im Auftrag der Pharmaindustrie: Christiane Druml

Die SPÖ-nahe Juristin Christiane Druml ist Vorsitzende der Bioethikkommission und sitzt nicht nur im Covid-19-Beraterstab, sondern auch in der GECKO-Kommission. Von 1989 bis 1992 war sie Geschäftsführerin von Parexel Austria, die im Auftrag der Pharmaindustrie Forschungsstudien durchführt. Seit April 2020 ist sie Mitglied der Corona-Taskforce des Gesundheitsministers.

Ja, Pharma-Honorare für Sylvia Hartl

Die Leiterin der Abteilung für Atemwegs- und Lungenkrankheiten der Klinik Wien-Penzing, Sylvia Hartl, ist auch Vorstand im Verband Leitender Krankenhausärzte Österreich. Laut Angaben von AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) gibt es bei Hartl Folgendes zu Interessenkonflikten zu lesen: Ja, Honorare für Beratertätigkeit (Advisory Board) für TEVA, Boehringer Ingelheim, Chiesi, Menarini, GlaxoSmithKline und AstraZeneca.

Sie war Vortragende bei den Jahreskongressen 2005 und 2006 der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie, die u.a. von Pfizer, AstraZeneca, Sanofi und Bayer gesponsert wurden. 2018 war sie erneut Vortragende dieser Jahrestagung, die Sponsoren u.a. AstraZeneca, Novartis und Sanofi. 2019 wurde die Jahrestagung u.a. von AstraZeneca, Novartis und Roche gesponsert.

Als Co-Autorin von „Low SARS-CoV-2 seroprevalence in the Austrian capital after an early governmental lockdown“ 2021 gab sie an, Gelder von GlaxoSmithKline Pharma GmbH und Boehringer Ingelheim erhalten zu haben.

2021 gab es ein gemeinsames Symposium mit Novartis bei Forum Medizin Fortbildung – Innere Medizin. Dabei wurde auch ein Pfizer-Symposium veranstaltet.

Als Leiterin einer LEAD-Studie erhielt sie Zuschüsse von Glaxo Smith Cline, Novartis Pharma, AstraZeneca, Chiesi Pharma, Menarini Pharma, TEVA Ratiopharm, MSD, Air Liquide Healthcare, Pfizer Corporation, Boehringer Ingelheim, Mundipharma. Auf der Webseite zur Studie ist diese Finanzierung allerdings nicht angegeben. Um diese Interesskonflikte in Erfahrung zu bringen, muss man in der Studie selbst suchen. Warum so geheimnisvoll?

2018 nahm sie an der 37. Rheumatagung Saalfelden teil, die von der Ludwig Boltzmann Gesellschaft gemeinsam mit PVA und Ärztekammer Salzburg veranstaltet wurde. Sponsoren waren u.a. Pfizer, Sanofi, Novartis.

Weiters war sie 2021 für die Ludwig Boltzmann Gesellschaft wiederum an Projekten mit Pfizer beteiligt, z.B. „Screen4Care (2021)

Über die Pharma-Verstrickungen der übrigen Mitglieder wie Marton Széll, Florian Thalhammer, Peter Klimek usw. wird Wochenblick demnächst einen detaillierten Beitrag veröffentlichen.

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