Italien setzt auf Corona-Stasi

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Zivile Informanten schüchtern Bürger ein

Italien setzt auf Corona-Stasi

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Zur Überwachung der aktuell geltenden Corona-Regeln zauberte Italien jetzt eine Corona-Stasi aus dem Hut, der sie „die Gemeinden und Städte in dieser komplexen Phase anvertrauen“ möchte. 60.000 vorwiegend Arbeitslose und Bezieher von Sozialhilfe bzw. Bürgergeld sollen in Zivil auf den Straßen nach Corona-Sündern Ausschau halten und das melden. Die Informanten-Armee soll schon kommende Woche im Einsatz sein.

Von Kornelia Kirchweger

Multi-Kulti-Kontrollarmee

Die Mitglieder der Corona-Stasi ergänzen die uniformierten Kräfte in der zweiten Phase des Corona-Lock-Down. Sie werden bei den Gemeinden und Städten als „Sozialarbeiter“ angemeldet. Ihre Aufgabe ist die Kontrolle der Maskenpflicht und Abstandsregeln und die Unterstützung der „schwächeren Bevölkerung“. Es ist wohl anzunehmen, dass sie aus allen sozialen Schichten, mit und ohne Migrationshintergrund kommen werden.

Neue Normalität: Denunzierung

In Italien setzte man seit Beginn von Corona auf Denunzierungs-Maßnahmen. So wollte man vermeiden, dass die Bürger bei der Einhaltung der Corona-Regeln nachlässig werden. Im aktuellen Fall hofft man auf die Einschüchterung der Bürger, die ja nie wissen, ob die Corona-Stasi in der Nähe ist. Den Zuckerbrot-und-Peitschen-Ansatz nutzte auch die Bürgermeisterin von Rom schon in der ersten Phase des Lock-Downs: sie stellte eine Webseite online, wo Italiener ihre Nachbarn „melden“ konnten, wenn sie Corona-Regeln nicht einhielten.

Große staatsbürgerliche Haltung

Die neue Maßnahme wurde letzten Sonntag gemeinsam von Regional-Minister, Francesco Bocci, und dem Bürgermeister von Bari (Puglia), Antonio Decaro angekündigt. Decaro ist aktuell Präsident des Gemeinde- und Städtebundes. Er erlangte erst kürzlich Berühmtheit, weil er selbst, auf den Straßen, Corona-Sünder verfolgte und wütend wieder nach Hause schickte. Ein Video seiner „mutigen Taten“ ging im Internet viral. In dieser neuen, komplexen Phase wollen man die Gemeinden und Städte, Freiwilligen anvertrauen. Deshalb sei es jetzt an der Zeit, alle Bürger zur rekrutieren, die dem Land helfen wollen und große „staatsbürgerliche Haltung“ zeigen.

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