Kommentar: Papa ante Portas…

…und die punischen Kriege

Kommentar: Papa ante Portas…

[responsivevoice_button voice="Deutsch Female" buttontext="Vorlesen"]

Die Anzeigenkeiler jubilieren. Auf jeder österreichischen Tageszeitung prangt der Ukas der Bundesregierung. Bitte keine Familienfeier zu Ostern. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Des Bundeskanzlers Lied erkling, des Steuerzahlers Münze in die Inseratenkasse spring.

Ein Gastkommentar von Gernot Bachinger

Papa entsprach der Weisung. Auf das seine Münzen nicht im Finanzministers Schwein dann grünzen.

Unter physischer Distanz fand dennoch eine kleine Familienfeier zu Ostern statt. Der ältere Lieblingssohn genießt seine wohlverdienten Osterferien fernab täglicher Arbeitsaufträge via Internet. Auf zwei Rädern. Vorangetrieben durch einen Verbrennungsmotor.

Die Lieblingstochter widmet sich mit großen Fleiß ihrer Aufgaben, während des so genannten Home-Schooling. Unter anderem ein Referat über Paris vorbereitend.

Der jüngere Lieblingssohn beeindruckt durch Allgemeinbildung, die sogar Papa erblassen lässt. Nicht vor Neid. Sondern aus Stolz!

Papa schaut regelmäßig beim Kiosk vorbei. Auf der Suche nach Hefteln für die Kinder und Hefteln für Papa. Dinosaurier, Was ist Was, Weltwoche etc.

Ein Heft über Hannibal sprang hierbei ins Auge. Rom und Karthago. Der Weltkrieg der Antike. Die beiden mächtigen Stadtstaaten in tödlicher Umarmung. Die gepanzerte Landmacht der Legionen. Die hölzerne Seemacht der punischen Flotten. Iberien, Korsika, Sardinien, Sizilien als Schauplätze eines infernalischen Ringens um Macht, Einfluss, Seewege, Rohstoffe, Versorgungslinien und Menschenreservoirs. Gepaart mit den Intrigen der widerstreitenden Fraktionen in den jeweiligen Hauptquartieren der Macht.

Stoff für Dutzende bis Hunderte Geschichten für Artikel, Bücher, Romane, Filme und Serien.

Papa schaut interessiert. Jedoch ist der jüngere Lieblingssohn noch zu klein dafür.

Wie so oft. Papa wird eines Besseren belehrt. Der jüngere Lieblingssohn erzählt vom „Mare Nostrum“ der Römer und Ähnlichem. Papa macht sich ebenso erstaunt wie beeindruckt auf dem Weg zum Kiosk das Hefterl über Hannibal kaufend.

Und sich der ehemaligen Erziehungsministerin Gehrer erinnernd. Die Lehrpläne gehören entrümpelt. Die Kinder müssten nicht wissen, wann die punischen Kriege waren. Nun sind die Lehrpläne entrümpelt. Die Kinder wissen nichts mehr über die punischen Kriege. Sind sie deswegen schlauer?

Diese und andere Fragen werden die vielen Wochen des „Home-Schooling“ aufwerfen…

Kommentar: Papa ante Portas… TEILEN
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on telegram
Telegram
Share on reddit
Reddit
Ähnliche Artikel
Schlagwörter
NEWSLETTER

Bleiben Sie immer aktuell mit dem kostenlosen Wochenblick-Newsletter!

Neuste Artikel
vor 18 Stunden, 8 Minuten