Masken Drama im Wahllokal: Jetzt spricht die FPÖ-Beisitzerin

"Als wär ich Giftig"

Masken Drama im Wahllokal: Jetzt spricht die FPÖ-Beisitzerin

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Am Wahlsonntag reiste die Atzbacherin Anna S.* extra nach Wien. Sie wollte die FPÖ als Wahlbeisitzerin im vierten Bezirk (Wieden) unterstützen. Doch alles sollte anders kommen als gedacht. Aus gesundheitlichen Gründen darf die Gastro-Fachfrau keine Maske tragen. Erst nachdem ein Grüner Co-Beisitzer ihr Attest heimlich abfotografierte und auf Twitter stellte, wurde sie des Wahllokals verwiesen. Große Medien bis hin zum ORF berichteten über den Fall. Anna S. fühlt sich an den Pranger gestellt. Wochenblick sprach exklusiv mit der Atzbacherin.

Gegen 6 Uhr traf Frau S. im Wahllokal in der Schäfergasse ein. „Am Anfang war es auch gar kein Problem. Die Wahlleiterin sah mein Attest und ich setzte mich zum Fenster, das stets geöffnet war.“, schildert uns die junge Frau. Doch wenige Minuten später traf der Grünen-Wahlbeisitzer Florian Ledermann ein. Er soll mit dieser Lösung alles andere als zufrieden gewesen sein.

* Name von der Redaktion geändert

Deswegen trug Frau S. keine Maske

„Ich vertrage das einfach nicht, bekomme nicht genug Luft damit!“, beschreibt Anna S. ihre Erfahrungen mit der Mund-Nasen-Schutz-Maske. Im Sommer hätte sie beim Maskentragen in der Arbeit zwei Mal nahezu einen Kreislaufkollaps erlitten, schildert uns die junge Frau, die im Gastgewerbe tätig ist. Deswegen habe sie sich an Dr. Peer Eifler gewandt, um ein Attest zur Befreiung zu erhalten und uneingeschränkt weiterarbeiten zu können. Dr. Peer Eifler wurde erst kürzlich die Lizenz entzogen. Seine Atteste seien jedoch nach wie vor gültig ist auch Anna S. überzeugt.

Heimlich abfotografiert

Herr Ledermann von den Grünen bot ihr – zuerst noch freundlich – eine Maske an, schildert Anna S. die Situation. Auf die Entgegnung, dass sie ein Attest zur Befreiung habe, soll der Grüne darauf bestanden haben, dieses einzusehen. Frau S. willigte ein, zeigte ihm das Attest auf ihrem Handy. Unter dem Vorwand, den Sicherheitsabstand einhalten zu wollen, soll sich Herr Ledermann daraufhin mit dem Smartphone einige Meter von ihr entfernt haben. Letztlich habe er dann das Attest – ohne das Wissen von Frau S. – heimlich abfotografiert und auf seine Twitterseite gestellt (Der Tweet ist mittlerweile gelöscht). Die Postleitzahl anonymisierte er dabei nicht. „Das Attest ist nicht gültig!“, habe der Grüne daraufhin auch vor Ort heftig protestiert.

Grüner will nicht locker lassen

Von da an fühlte sich Frau S. von dem Grünen behandelt „wie wenn ich giftig wär!“, erzählt uns Frau S. Von ihrer medialen Präsenz habe sie erst später durch einen Anruf ihrer Mutter erfahren. Mittlerweile habe der Vorfall große Wellen in ihrer 1.200 Einwohner-Gemeinde in Oberösterreich geschlagen. Natürlich habe man Rückschlüsse auf ihre Person aus dem Twitter-Beitrag und der Berichterstattung ziehen können. Frau S. fühlt sich damit äußerst unwohl.

Auf Initiative des Florian Ledermann wurde letztlich auch die Landeswahlbehörde gerufen. Frau S. sei dann einfach nach draußen geschickt worden. Die Beamten hätten mit dem Grünen gesprochen aber niemand mit ihr: „Niemand fragte mich nach meiner Version, wieso ich überhaupt ein Attest habe“, ärgert sich Frau S. Man habe sie wie ein kleines Kind behandelt, niemand habe mit ihr sprechen wollen. Der Grüne habe sie stets nur als „die Kollegin von der FPÖ“ angesprochen und sie nicht einmal beim Namen nennen wollen. Dabei habe er sich äußerst verächtlich verhalten, meint Frau S., die sich entmenschlicht gefühlt habe in dieser Situation. Gegen 9.20 Uhr wurde sie dann des Sprengels verwiesen.

“Wie eine Schwerverbrecherin behandelt”

Jetzt fürchtet Frau S. um ihre Situation in ihrem Heimatort. Sie ist besorgt, weil durch die Veröffentlichung der Postleitzahl und des Umstands, dass sie für die FPÖ tätig ist, Rückschlüsse auf ihre Person getroffen werden könnten. Sie fühlt sich medial vorverurteilt, weil das Attest gültig sei:

„Ich werde wie eine Schwerverbrecherin hingestellt und mache mir Sorgen. Ich komme aus einer kleinen Ortschaft in Oberösterreich und sorge mich um meine Persönlichkeitsrechte.“

 

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